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US-Programm schützt entlassene Frauen vor Menschenhändlern

In Kansas holt ein Rotary-Programm Frauen direkt am Gefängnistor ab, weil Menschenhändler dort gezielt auf sie warten.

Wer aus einem US-Gefängnis entlassen wird, steht oft ganz allein da – ohne Wohnung, ohne Geld, manchmal nur mit der Kleidung am Leib. Genau diesen Moment nutzen Menschenhändler gezielt aus: Sie recherchieren Entlassungstermine über öffentlich zugängliche Register und warten dann auf dem Parkplatz vor dem Gefängnis, um Frauen mit dem Versprechen von Unterkunft oder Geld in Ausbeutung zu locken.

Im Shawnee County Jail im US-Bundesstaat Kansas setzt dem seit einigen Jahren ein Programm der Wohltätigkeitsorganisation Rotary etwas entgegen. Der 2021 gegründete Rotary Club „Community Action Against Human Trafficking" startete 2022 mit einer Anschubfinanzierung der Rotary-Stiftung das Projekt „Intersection to Care". Mitarbeiterinnen und ehrenamtliche Mentorinnen warten seither direkt am Ausgang auf entlassene Frauen und bringen sie in sichere Unterkünfte, bevor Menschenhändler überhaupt eine Chance bekommen.

Eine von ihnen ist Jodi Whitt, die selbst mehr als 20 Jahre lang immer wieder inhaftiert war, bevor sie 2019 den Ausstieg aus Sucht und Kriminalität schaffte. „Ich wollte zurück ins Gefängnis gehen und den Frauen helfen, weil genau dort die Unterstützung fehlte, die ich gebraucht hätte", sagt Whitt, die heute hauptberuflich für das Programm arbeitet.

Aus der reinen Abholung ist inzwischen ein umfassendes Angebot geworden: Es reicht von Technologiekursen über Bewegungs- und Meditationsangebote bis zu Kunsttherapie, betreutem Wohnen und Unterstützung durch Doulas bei der Geburt. Seit dem Start 2022 hat „Intersection to Care" nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Frauen begleitet, allein 134 in den ersten fünf Monaten dieses Jahres.

Der Bedarf ist groß: Die Zahl der in US-Gefängnissen inhaftierten Frauen ist zwischen 1980 und 2023 landesweit um mehr als 600 Prozent gestiegen, unter anderem wegen strengerer Drogengesetze. Gefängnisdirektor Brian Cole beschreibt, dass viele Einrichtungen bislang kaum auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen eingerichtet waren – Betreuung nach der Entlassung habe es früher praktisch nicht gegeben.

Parallel dazu hat die Sozialarbeiterin Kristen Shook 2021 den Shawnee County Reentry Council mitaufgebaut und einen Podcast gestartet, in dem ehemalige Häftlinge ihre Geschichten erzählen. Aus diesem Umfeld entstand die Zusammenarbeit zwischen Whitt, Shook und der Rotary-Organisatorin Patti Mellard, die das Projekt heute gemeinsam mit der Gefängnisleitung trägt. Das Beispiel aus Topeka zeigt, wie eine vergleichsweise kleine, ehrenamtlich getragene Initiative eine gezielte Lücke im System schließen kann, an der andernorts Menschenhandel entsteht.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Vor US-Gefängnissen warten manchmal Menschenhändler auf frisch entlassene Frauen. Ein Rotary-Programm holt sie jetzt einfach zuerst ab."

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