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In Argentinien leben wieder 200 wilde Große Ameisenbären

Vor 19 Jahren war der Große Ameisenbär hier ausgestorben – ein Auswilderungsprogramm hat daraus wieder 200 wilde Tiere gemacht.

Fast 20 Jahre ist es her, dass in Argentinien ein Versuch begann, der zu diesem Zeitpunkt weltweit einzigartig war: die Rückkehr des Großen Ameisenbären in eine Landschaft, aus der er komplett verschwunden war. In der Provinz Corrientes, im Feuchtgebiet Iberá, hatte die Art – von den Guaraní als yurumí bezeichnet – seit Mitte des 20. Jahrhunderts keine Spuren mehr hinterlassen. Wilderei, Waldbrände und die Zerstörung ihres Lebensraums hatten die Tiere restlos vertrieben.

2007 startete die Stiftung Rewilding Argentina deshalb ein Programm, das genau diesen Verlust rückgängig machen sollte. Der Grundgedanke: verletzte, verwaiste oder aus zu großer Nähe zu Menschen gerettete Ameisenbären aufzupäppeln und anschließend in die Wildnis zu entlassen, statt sie dauerhaft in Gehegen zu halten. Über die Jahre wurden auf diese Weise 110 Tiere ausgewildert.

Viele von ihnen haben sich in der Zwischenzeit fortgepflanzt. Aus den ursprünglich 110 freigelassenen Tieren ist so eine selbsttragende, wild lebende Population von heute rund 200 Großen Ameisenbären geworden – über mehrere Generationen hinweg, geboren und aufgewachsen in freier Wildbahn, ohne je von Menschenhand gefüttert worden zu sein.

Für die beteiligten Naturschützer ist das mehr als nur eine Erfolgsgeschichte für eine einzelne Art. Die Stiftung erklärt, die im Iberá entwickelte Methodik diene inzwischen als Blaupause für die Rückkehr weiterer verschwundener Raubtiere und Pflanzenfresser in andere Ökosysteme Argentiniens.

Der Große Ameisenbär ernährt sich fast ausschließlich von Ameisen und Termiten, die er mit seiner bis zu 60 Zentimeter langen, klebrigen Zunge aus Bauten holt – und übernimmt damit eine wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht der Feuchtgebiete. Dass sich die Population inzwischen selbst trägt, gilt unter Artenschützern als der eigentliche Meilenstein: Aus einem künstlich gestützten Projekt ist eine wilde, unabhängige Population geworden.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Vor 19 Jahren war der Große Ameisenbär hier komplett ausgestorben. Heute leben 200 wilde Tiere wieder in der Wildnis."

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