Wärmepumpen verdrängen in den USA die alte Gasheizung
Wärmepumpen heizen und kühlen Häuser mit Strom statt mit Gas – sie verdichten und entspannen ein Kältemittel und erzeugen so Wärme, ohne fossile Brennstoffe zu verbrennen. In den USA wurde im vergangenen Jahr bereits fast jedes zweite neu gebaute Haus (46 Prozent) mit einer Wärmepumpe ausgestattet, kaum weniger als mit klassischer Gasheizung oder Klimaanlage. Im ersten Quartal 2026 verkauften sich laut der Organisation Building Decarbonization Coalition sogar 32 Prozent mehr Wärmepumpen als herkömmliche Heizsysteme – die Verkaufszahlen haben sich in 15 Jahren verdoppelt. Neue, von der US-Umweltbehörde EPA vorgeschriebene Kältemittel senken zusätzlich die Klimawirkung, sodass Fachleute erwarten, dass Wärmepumpen Gasheizungen und klassische Klimaanlagen in den USA bald als Standard ablösen.
In den Vereinigten Staaten vollzieht sich gerade ein stiller, aber tiefgreifender Wandel auf den Dächern und in den Kellern von Neubauten: Die Wärmepumpe wird zum Standard-Heizsystem. Eine Wärmepumpe heizt und kühlt ein Haus, indem sie ein Kältemittel abwechselnd verdichtet und entspannt und dabei Wärme aus der Umgebungsluft ins Haus pumpt oder umgekehrt hinausbefördert – ganz ohne Verbrennung von Gas oder Heizöl. Weil das Gerät mit Strom läuft, kann es zudem von Solar- oder Windenergie profitieren, während eine klassische Gasheizung immer auf fossile Brennstoffe angewiesen bleibt.
Wie weit diese Entwicklung schon fortgeschritten ist, zeigen aktuelle Zahlen: Von allen Häusern, die im vergangenen Jahr in den USA neu gebaut wurden, waren bereits 46 Prozent mit einer Wärmepumpe ausgestattet – nur einen Prozentpunkt weniger als mit den bislang üblichen Systemen wie Gasöfen, Heizkesseln und separaten Klimaanlagen zusammen. Im ersten Quartal dieses Jahres verkauften sich in den USA laut einem neuen Bericht der Organisation Building Decarbonization Coalition sogar 32 Prozent mehr Wärmepumpen als ältere Heizsysteme. Über die vergangenen 15 Jahre betrachtet haben sich die Verkaufszahlen von Wärmepumpen verdoppelt, und sie haben es damit knapp verpasst, sogar reine Klimaanlagen bei den Verkaufszahlen zu überholen.
„Alle Trends deuten auf eine wachsende Wärmepumpen-Nutzung hin – nicht nur gegenüber Gas, sondern auch gegenüber klassischen, nur kühlenden Klimaanlagen", sagt Kevin Carbonnier, stellvertretender Analyseleiter bei der Building Decarbonization Coalition, gegenüber dem Magazin Grist. Ein wichtiger Vorteil, den er nennt: Eine Wärmepumpe ist ein Zwei-in-eins-Gerät, das im Sommer kühlt und im Winter heizt, während frühere Haushalte oft zwei getrennte Anlagen brauchten.
Auch technisch hat sich einiges verbessert. Ältere Wärmepumpen nutzten Kältemittel, die rund 2.000-mal klimaschädlicher wirken als das Treibhausgas CO2, wenn sie austreten. Neue Vorgaben der US-Umweltbehörde EPA verpflichten Hersteller inzwischen zu Kältemitteln mit deutlich geringerer Klimawirkung – teils wird sogar auf Propan als Kältemittel umgestellt, das eine wesentlich kleinere Klimabelastung hat.
Hinter dem Trend steckt auch schlichte Wirtschaftlichkeit: Steigende Energiepreise und hohe Häuserpreise bringen Bauherren wie Käufer dazu, überall zu sparen, wo es geht. Viele Neubauten setzen deshalb komplett auf elektrische Herdplatten statt Gasherde – wer ohnehin auf Strom umsteigt, braucht dann gar keine Gasleitung mehr im Haus zu verlegen. Das spart nicht nur beim Bau, sondern auch dauerhaft bei den Energiekosten, weil elektrische Systeme effizienter arbeiten als gasbetriebene.
Insgesamt zeichnet sich damit ab, dass die Wärmepumpe in den USA vom Nischenprodukt zur Standardlösung für neue Häuser wird – mit spürbaren Folgen für den Ausstoß von Treibhausgasen im größten Heizungsmarkt der Welt.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Good News Network.