Waldbrände im brasilianischen Amazonas stark zurückgegangen
Nur 3,1 statt zuvor 15,8 Millionen Hektar brannten im Amazonas-Regenwald — der niedrigste Wert seit mindestens 41 Jahren.
Im brasilianischen Amazonas-Regenwald ist die Fläche, die im vergangenen Jahr durch Feuer zerstört wurde, auf den niedrigsten Stand seit mindestens vier Jahrzehnten gesunken. Nach Angaben der Umweltbeobachtungsorganisation MapBiomas, die Satellitendaten zur Landnutzung auswertet, brannten umgerechnet rund 3,1 Millionen Hektar (7,7 Millionen Acres) – deutlich weniger als im Vorjahr, als mit rund 15,8 Millionen Hektar (39 Millionen Acres) ein trauriger Rekordwert erreicht wurde.
Der Unterschied zwischen den beiden Jahren lässt sich vor allem mit dem Wetter erklären. Im Jahr zuvor hatte das Klimaphänomen El Niño – eine periodische Erwärmung des Pazifiks, die weltweit Wetterextreme auslösen kann – eine der schwersten Dürren seit Jahrzehnten in der Amazonasregion verursacht. Auf frisch gerodeten Flächen brachen damals zahlreiche Feuer aus, die sich rasch auf den umliegenden Regenwald ausbreiteten, selbst während Brasilien gleichzeitig stärker gegen die gezielte, illegale Rodung von Wald vorging.
Im vergangenen Jahr kehrte sich das Muster um: Das Gegenphänomen La Niña brachte deutlich mehr Regen in die Region, wodurch so wenige Brände auftraten wie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 41 Jahren nicht mehr. Feuchter Wald brennt schlichtweg schlechter, und selbst dort, wo Menschen Feuer legen, um Flächen zu roden, hatte es dieses Mal weniger Gelegenheit, sich unkontrolliert auszubreiten.
Analysten von MapBiomas warnen jedoch ausdrücklich davor, den aktuellen Rückgang als dauerhaften Trend misszuverstehen. Bereits jetzt zeichnet sich demnach ein neues, kräftiges El-Niño-Ereignis ab, das im kommenden Jahr erneut für Dürre und damit für mehr Waldbrände sorgen könnte. Der jüngste Rückgang beruht also in erster Linie auf günstigem Wetter, nicht auf einer strukturellen Verbesserung des Schutzes.
Dennoch gibt es Ansatzpunkte, die über das Wetter hinausgehen. Seit 1985 ist mehr als 64 Prozent aller in Brasilien verbrannten Fläche schon einmal zuvor abgebrannt, und die meisten Brandflächen brennen innerhalb von vier Jahren erneut. Das Pflanzen einheimischer Vegetation auf bereits geschädigten Flächen gilt als eine Maßnahme, mit der sich dieser Kreislauf durchbrechen ließe – unabhängig davon, ob das nächste Jahr trocken oder feucht ausfällt.
Für die Menschen, die im und vom Amazonas-Regenwald leben, bedeutet der niedrige Wert zumindest ein Jahr mit weniger Rauch, weniger zerstörter Fläche und mehr intaktem Wald – ein Aufatmen, das nach Einschätzung der Fachleute allerdings mit Vorsicht zu genießen ist.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Im brasilianischen Amazonas brannte im vergangenen Jahr so wenig Wald wie seit über 40 Jahren nicht mehr."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus klima
Solarstrom erstmals stärker als Kohle in den USA
Im Mai lieferte Solarenergie 12,8% des US-Stroms, Kohle nur 12,2% – ein historischer Wendepunkt.
Solarstrom überholt Kohle in den USA
Im Mai 2026 lieferte Solarenergie erstmals mehr Strom als Kohle – ein Meilenstein für die Energiewende.
Shanghai erreicht 98% Recyclingquote bei Industrieabfällen
Seit 2019 senkt die Megacity ihre Abfallmengen drastisch – mit Systemwechsel und Innovationen