Ökologie

Weltweit steigt der CO2-Preis – aber noch zu niedrig

30% der Emissionen haben einen Preis, doch die meisten zahlen unter 10 Dollar pro Tonne – weit unter den tatsächlichen Klimakosten.

Teilen WhatsApp
30% der Emissionen haben einen Preis, doch die meisten zahlen unter 10 Dollar pro Tonne – weit unter den tatsächlichen Klimakosten.

Die Idee ist einfach: Wer Kohlendioxid ausstößt, soll für den Schaden zahlen, den das Klima dadurch erleidet. Ein CO2-Preis – entweder als Steuer oder über einen Emissionshandel – soll genau das bewirken. Und tatsächlich: Waren 2010 erst 7% der weltweiten Emissionen mit einem Preis belegt, sind es heute 30%. Das klingt nach Fortschritt.

Doch die Höhe der Preise ist das Problem. Die Grafik zeigt: Die meisten Länder verlangen weniger als 10 Dollar pro Tonne CO2. In Uruguay, Schweden oder der Schweiz sind es zwar über 100 Dollar – aber das betrifft weniger als 0,5% der globalen Emissionen. Der Großteil der Märkte liegt weit darunter, manche verlangen kaum einen Dollar. Und 71% aller Emissionen haben gar keinen Preis.

Warum ist das wichtig? Die Wissenschaft schätzt die tatsächlichen Klimakosten – den sogenannten sozialen Kosten des Kohlenstoffs – auf über 100 Dollar pro Tonne. Das ist der Schaden, den eine Tonne CO2 heute anrichtet. Nur wenn der Preis in dieser Größenordnung liegt, spüren Verbraucher und Unternehmen einen Unterschied. Bei 5 Dollar pro Tonne steigt der Benzinpreis um weniger als 1% – ein Betrag, der im Alltag kaum auffällt. Erst bei 100 Dollar pro Tonne würde Benzin rund 15% teurer werden, vergleichbar mit normalen Preisschwankungen.

Die ungewöhnliche Allianz aus Umweltschützern, Klimaforschern und Ökonomen, die sich kürzlich traf, war sich einig: Ein CO2-Preis ist nötig, aber er muss viel höher sein als heute üblich. Der Weg ist klar – die Umsetzung hinkt hinterher.

Belegt durch

Primärquelle
Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Our World in Data.