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gesundheit Vereinigtes Königreich · GB

Weniger Abgase ließen Kinderlungen in London schneller wachsen

Seit London 2019 hoch belastete Autos aus der Innenstadt fernhielt, wuchsen die Lungen von Grundschulkindern dort deutlich schneller.

Kinder, die viel Straßenverkehr ausgesetzt sind, atmen mehr Stickstoffdioxid ein als andere – ein Schadstoff, der nachweislich das Wachstum ihrer Lungen bremst und ihr späteres Risiko für Asthma und andere Atemwegserkrankungen erhöht. London gehörte über Jahre zu den europäischen Städten mit besonders hoher Stickstoffdioxid-Belastung.

2019 führte die britische Hauptstadt deshalb die „Ultra Low Emission Zone“ ein, kurz ULEZ: In einem zunächst rund 20 Quadratkilometer großen Gebiet in Zentral-London müssen Besitzer besonders alter, schmutziger Autos, Busse und Lkw eine Tagesgebühr von umgerechnet etwa 17 US-Dollar zahlen, wer sich davor drückt, riskiert ein Bußgeld. Die Maßnahme senkte die Stickstoffdioxid-Belastung deutlich – und war zugleich hochumstritten: Tausende der mehr als 3.700 installierten Überwachungskameras wurden von Gegnern beschädigt oder gestohlen, es gab breite Proteste gegen die Gebühren.

Um die gesundheitlichen Folgen zu untersuchen, begleiteten Forschende zwischen 2018 und 2022 mehr als 3.400 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren an Schulen in Zentral-London sowie im rund 50 Kilometer entfernten Luton, wo keine Umweltzone galt, und maßen regelmäßig ihre Lungenkapazität. Vor Einführung der Zone hatten Londoner Kinder ein gebremstes Lungenwachstum gegenüber den Kindern in Luton. Innerhalb von fünf Jahren nach dem Start des Programms kehrte sich dieser Rückstand jedoch um: Die Luftverschmutzung sank in Zentral-London mehr als doppelt so stark wie in Luton – und mit ihr holten die Lungen der Londoner Kinder auf, bis sie schließlich das Niveau der Kinder in Luton erreichten. Der Anteil der Kinder mit eingeschränkter Lungenfunktion fiel von 14 auf 9 Prozent. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift The Lancet Public Health veröffentlicht.

Die britische Gesundheitsministerin Karin Smyth nannte die Studie „eine eindrückliche Erinnerung daran, wie stark sich Luftqualität auf die Lungengesundheit von Kindern auswirkt“ und betonte, die Erkenntnisse würden helfen zu verstehen, wie weniger Luftverschmutzung das normale Lungenwachstum wiederherstellen und das Risiko für spätere Atemwegserkrankungen senken kann. Die Umweltzone wurde inzwischen zweimal ausgeweitet und deckt heute ganz Groß-London ab. Nach Schätzungen der Stadtverwaltung ist die Stickstoffdioxid-Belastung an Londoner Straßen dadurch um 27 Prozent gesunken, die Zahl der Todesfälle durch schlechte Luft um 40 Prozent.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„In London wuchsen die Lungen von Grundschulkindern nachweislich schneller, nachdem die Stadt schmutzige Autos aus der Innenstadt verbannte."

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