Weniger Waldbrände im Amazonas als seit Jahrzehnten
2024 brannten 16 Millionen Hektar Regenwald durch Dürre – jetzt zeigen Satellitenbilder die wenigsten Feuer seit Jahrzehnten.
Während Frankreich in diesem Sommer gegen große Waldbrände kämpft – Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, die Feuer sind vielerorts noch nicht unter Kontrolle –, kommt aus einem Land, das Waldbrände nur zu gut kennt, eine überraschend positive Nachricht: Brasilien.
Im Amazonas-Regenwald, dem größten zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Erde, gibt es derzeit so wenige Feuer wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das belegen aktuelle Satellitenbilder, mit denen Fachleute die Zahl und Ausdehnung der Brände laufend erfassen.
Der Kontrast zur jüngeren Vergangenheit könnte kaum größer sein. Noch 2024 erlebte Brasilien eine historische Dürre: Flüsse erreichten Rekordtiefstände, ganze Gemeinden waren wochenlang kaum erreichbar, weil Boote nicht mehr fahren konnten. Feuer fraßen sich damals durch Regionen des Regenwalds, die lange als vergleichsweise widerstandsfähig gegen Trockenheit und Brand galten.
Insgesamt verbrannten 2024 in Brasilien fast 16 Millionen Hektar Wald – eine Fläche größer als Griechenland. Die Bilder von vertrockneten Flussbetten und verkohlten Schneisen im Regenwald gingen damals um die Welt, ganz ähnlich wie jetzt die Bilder aus Frankreich.
Zwei Jahre später erzählen die Satellitendaten aus Brasilien eine andere Geschichte. Statt neuer Rekord-Brandflächen zeigt sich eine deutliche Entspannung der Lage – ein Rückgang, wie ihn das Land seit Jahrzehnten nicht gesehen hat.
Für den Amazonas-Regenwald ist das mehr als eine Randnotiz. Er speichert riesige Mengen Kohlenstoff, beeinflusst über Verdunstung die Regenmuster in weiten Teilen Südamerikas und ist Lebensraum für einen enormen Teil der weltweiten Artenvielfalt. Jedes Jahr mit weniger Bränden bedeutet weniger zerstörten Wald, weniger freigesetztes Kohlendioxid und mehr Zeit für geschädigte Flächen, sich zu erholen.
Die naheliegende Frage lautet, was sich seit der Dürre-Katastrophe 2024 verändert hat – und ob sich daraus etwas für andere Länder lernen lässt, die wie Frankreich gerade selbst mit heftigen Waldbränden ringen. Eine einzelne, einfache Erklärung liefert die aktuelle Datenlage nicht; klar ist nur, dass die Entwicklung in die richtige Richtung zeigt.
Für ein Land, das in den vergangenen Jahren wiederholt mit dramatischen Bildern aus dem eigenen Regenwald in die Schlagzeilen geriet, ist das eine ungewohnte, aber willkommene Nachricht – und ein kleiner Beleg dafür, dass sich die Lage selbst nach einer historischen Dürre wieder deutlich verbessern kann.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„In Frankreich brennen gerade ganze Wälder – aber ausgerechnet Brasilien, wo Waldbrände normal sind, hat gerade so wenige wie seit Jahrzehnten nicht mehr."
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