44 Kilometer Balkanfluss von Betonhindernis befreit
Kriegsrelikt aus dem Zweiten Weltkrieg blockierte die Pchinja – nun fließt sie wieder frei

Hintergrund
Die Pchinja fließt 130 Kilometer durch Nordmazedonien und Serbien, bevor sie in Griechenland in den Vardar mündet. Über 70 Kilometer ihres Laufs waren durch ein Betonhindernis blockiert, das während des Zweiten Weltkriegs für Panzerüberquerungen errichtet wurde. Die Barriere nahe der Stadt Kumanovo staute das Wasser, führte zu Sauerstoffmangel, Schadstoffansammlungen und Müll – die Wasserqualität sank drastisch.
Was ist passiert
Im Oktober 2025 begann die Gemeinde Kumanovo mit Unterstützung nationaler Umweltbehörden mit dem Abriss des Betonriegels. Die Organisation Eco Awareness hatte jahrelang auf die Schäden hingewiesen. „Dies ist das größte Hindernis, das bisher in Mazedonien, aber auch in Europa entfernt wurde“, sagt Ana Čolović Lesoska von Eco Awareness. Nach dem Abriss fließen nun 44 Kilometer der Pchinja wieder ungehindert.
Warum das wichtig ist
Die Renaturierung hat direkte ökologische und soziale Effekte: Einheimische Fischarten können wieder wandern, die Wasserqualität steigt, und die Anwohner profitieren von saubererem Wasser. Eine Umfrage der Agentur Brima vom Oktober 2025 ergab, dass 91 Prozent der Bevölkerung den Rückbau unnötiger Flussbarrieren unterstützen. Eco Awareness hat insgesamt 45 veraltete Dämme und Hindernisse an der Pchinja identifiziert, die ebenfalls entfernt werden sollen.
Ausblick
Das Projekt ist Teil des von der EU geförderten Open Rivers Program. Eco Awareness will alle Barrieren beseitigen und die Pchinja in einen vollständig freifließenden Wildfluss verwandeln. In ganz Europa wurden in den letzten Jahrzehnten bereits 525 veraltete Dämme abgerissen. Der Erfolg in Nordmazedonien könnte als Blaupause für weitere Renaturierungen auf dem Balkan dienen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, ein Betonklotz aus dem Zweiten Weltkrieg blockierte 44 km Fluss – jetzt fließt er wieder frei!"
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