Afrikanische Bäuerinnen kämpfen um Landrechte
Die Rural Women's Assembly gibt 60 Frauen in Malawi eine Stimme – doch ohne Landtitel bleibt der Kampf schwer.

In Chiradzulu, einem Distrikt im Süden Malawis, bauen 60 Frauen auf kleinen Feldern Obst und Gemüse an – zusätzlich zu ihrer Hauptfrucht Mais. Sie sind Mitglieder der Rural Women's Assembly (RWA), einer Bewegung, die Bäuerinnen in ganz Afrika eine Stimme gibt. Die Nachfrage nach ihren Bio-Produkten wächst: Händler aus Blantyre, der Wirtschaftsmetropole des Landes, kommen inzwischen selbst zu ihnen. „Früher bin ich zu den Kunden gefahren“, sagt Diana Sitima, die Vorsitzende der Gruppe. „Jetzt kommen sie zu uns – weil unser Essen einfach besser schmeckt.“
Doch der Erfolg hat eine Schattenseite. Die größten Hürden für die Frauen sind fehlende Landtitel und mangelndes Kapital. Ohne offizielles Eigentum können sie keine Kredite aufnehmen, keine Investitionen tätigen und haben kein rechtliches Fundament, wenn jemand ihr Land beansprucht. Lonely Kholowa erlebte das selbst: Ihre Eltern gaben ihr 1998 ein Stück Land zur Bewirtschaftung. Nach dem Tod des Vaters – die Mutter war bereits gestorben – eignete sich der Onkel das Land an. Seine Begründung: Nach kultureller Tradition gehöre sie zur Familie ihrer Mutter, die aus einem anderen Distrikt stammt. Heute bewirtschaftet Kholowa Land im Dorf ihres Mannes – ohne eigenen Titel.
Die RWA hilft den Frauen, solche Fälle zu dokumentieren und bei lokalen Räten sowie der Zentralregierung vorzubringen. Es geht nicht nur um einzelne Schicksale, sondern um ein strukturelles Problem: In vielen afrikanischen Ländern besitzen Frauen weniger als 15 Prozent des Landes, obwohl sie den Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit leisten. Die Bewegung fordert Gesetze, die Frauen gleiche Eigentumsrechte garantieren. „Wir wollen nicht nur anbauen – wir wollen auch besitzen“, sagt Sitima. Der Kampf um Landtitel ist ein Kampf um Würde, wirtschaftliche Unabhängigkeit und eine gerechtere Zukunft für die nächste Generation von Bäuerinnen.
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„Weißt du, dass in Malawi Frauen kein Land besitzen dürfen? Eine Bewegung kämpft jetzt dagegen – krass, oder?"
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