Alte Amazonas-Erde lässt Bäume schneller wachsen
Indigene Terra preta steigert Wachstum von Setzlingen um bis zu 55% – Hoffnung für die Wiederaufforstung

Im Amazonasbecken gibt es eine besondere Erde, die sogenannte Terra preta oder „dunkle Erde“. Sie wurde vor Jahrhunderten von indigenen Völkern durch die Zugabe von Holzkohle, Knochen und organischen Abfällen geschaffen und ist extrem fruchtbar. Forscher der Universität São Paulo haben nun untersucht, ob diese Erde auch heute noch bei der Wiederaufforstung helfen kann.
Das Team um Professorin Tsai Siu Mui mischte kleine Mengen Terra preta unter normale Erde und pflanzte Setzlinge zweier heimischer Baumarten ein: den rosa Ipê (Handroanthus avellanedae) und das Paricá (Schizolobium amazonicum). Nach nur 180 Tagen waren die Ipê-Setzlinge mit Terra preta bis zu 55% größer und hatten 88% dickere Stämme als die Kontrollgruppe. Auch die Paricá-Bäume wuchsen im Schnitt 20% höher und 15% dicker.
Diese Ergebnisse sind besonders wichtig, weil die Wiederaufforstung im Amazonas oft an nährstoffarmen Böden scheitert. Terra preta könnte hier eine natürliche und kostengünstige Lösung bieten. Die Studie wurde im Januar 2026 im Fachjournal Springer Nature veröffentlicht und zeigt, wie traditionelles Wissen der indigenen Völker zur Lösung moderner Umweltprobleme beitragen kann.
Die Forscher betonen, dass die Terra preta nicht im großen Stil abgebaut werden darf, da sie selbst ein kulturelles Erbe ist. Stattdessen wollen sie verstehen, wie man ihre Eigenschaften nachahmen kann, um neue fruchtbare Böden zu schaffen. Damit könnte die Wiederaufforstung nicht nur im Amazonas, sondern auch in anderen tropischen Regionen beschleunigt werden.
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„Alte indigene Erde lässt Bäume 55% schneller wachsen – und könnte die Wiederaufforstung revolutionieren."
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