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Australien zahlt indigene Fischer für Seeigel-Bekämpfung

Statt Strafverfolgung: Walbunja-Gemeinschaft baut erste eigene Fischereiindustrie auf

Hintergrund

Jahrzehntelang wurden indigene Australier kriminalisiert, wenn sie traditionelle Fischereipraktiken ausübten. John Carriage, ein junger Mann der Walbunja-Gemeinschaft, stand mehrfach vor Gericht, weil er nach dem Vorbild seiner Vorfahren nach Abalone und Hummer tauchte. Die Behörden betrachteten dies als illegalen Fischfang.

Gleichzeitig leidet die Küste von New South Wales unter einer massiven Überpopulation der Langstachel-Seeigel. Durch Überfischung von Raubfischen und steigende Wassertemperaturen haben sich die Bedingungen für diese Art dramatisch verbessert. Die Seeigel fressen ganze Seegraswälder und Kelpwälder kahl und zerstören damit wichtige marine Ökosysteme.

Was ist passiert

Die Regierung von New South Wales hat einen radikalen Strategiewechsel vollzogen: Statt indigene Fischer zu verfolgen, werden sie nun als Partner im Kampf gegen die Seeigel-Plage eingesetzt. Mit einem Zuschuss von 1,48 Millionen australischen Dollar fördert die Regierung ein Programm der Joonga Land and Water Aboriginal Corporation.

John Carriage und sein Bruder Denzel gehören zu den ersten, die professionell für den Seeigelfang ausgebildet werden. Sie lernen Bootsführung, Tauchen mit Pressluft und die Auswahl der besten Seeigel für die Vermarktung. Das Ziel: Die erste von Aborigines geführte Fischereiindustrie in New South Wales aufzubauen.

Warum das wichtig ist

Diese Geschichte zeigt einen fundamentalen Systemwechsel: Aus Kriminalisierung wird Kooperation. Die traditionellen Kenntnisse der Walbunja werden nicht länger als Bedrohung, sondern als Lösung für ein ökologisches Problem anerkannt. Meeresbiologe Cayne Layton betont, dass der Seeigelfang nachweislich positive Auswirkungen auf die marine Vegetation hat.

Die wirtschaftliche Perspektive ist ebenfalls bedeutend: Die Seeigel werden für den australasiatischen Meeresfrüchtemarkt geerntet. Damit entsteht nicht nur ein neuer Wirtschaftszweig, sondern auch eine nachhaltige Einkommensquelle für eine Gemeinschaft, die jahrzehntelang marginalisiert wurde.

Ausblick

Die Ältesten der Walbunja sehen in diesem Programm eine notwendige Heilung des Landes – auch wenn es sich um Land unter Wasser handelt. Für die junge Generation eröffnet sich die Chance, eine tiefe Verbindung zu ihrem „Sea Country“ aufzubauen, wie sie ihre Vorfahren hatten.

Das Modell könnte Schule machen: Wenn traditionelles Wissen und moderne Fischereiwirtschaft erfolgreich kombiniert werden, könnte dies als Blaupause für andere indigene Gemeinschaften in Australien und weltweit dienen. Die Kombination aus ökologischer Sanierung, wirtschaftlicher Entwicklung und kultureller Wiederbelebung macht dieses Projekt zu einem Leuchtturm für nachhaltige Entwicklung.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor, statt bestraft zu werden, bekommen indigene Fischer jetzt Geld, um die Seeigel-Plage zu stoppen. Krasser Kurswechsel!"

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