Blau- und Finnwale kehren vor Südafrika zurück
Sichtungen der vom Walfang dezimierten Riesen nehmen seit 2012 deutlich zu

Hintergrund
Der industrielle Walfang im 20. Jahrhundert hat die Bestände der größten Tiere der Erde nahezu ausgelöscht. Zwischen 1913 und 1978 wurden schätzungsweise 350.000 Blauwale und 725.000 Finnwale getötet. Die Antarktischen Blauwale gelten heute noch als vom Aussterben bedroht, ihre Population liegt bei etwa drei Prozent des Vorkriegsniveaus. Finnwale werden als gefährdet eingestuft, haben sich aber auf über 30 Prozent erholt.
Was ist passiert
Forschende der Universitäten Kapstadt und Stellenbosch haben über 60 Jahre Daten zu Sichtungen und Strandungen von Blau- und Finnwalen vor der Küste Namibias und Südafrikas ausgewertet. Die Ergebnisse, veröffentlicht im African Journal of Marine Science, zeigen einen deutlichen Anstieg: 95 Prozent aller dokumentierten Beobachtungen stammen aus der Zeit nach 2012. Blauwale wurden zwölfmal gesichtet, Finnwale 76-mal. Die Tiere tauchen vermehrt im Benguela-Auftriebsgebiet auf, einem nährstoffreichen Meeresabschnitt.
Warum das wichtig ist
Die Zunahme der Sichtungen ist ein Beleg für die Resilienz der Arten und den Erfolg des 1986 in Kraft getretenen Walfangmoratoriums. „Unsere Ergebnisse liefern wichtige Belege dafür, dass sich diese Ozeanriesen langsam von den verheerenden Auswirkungen des Walfangs erholen“, sagt Studienleiterin Dr. Bridget James. Die Daten helfen, die historischen Wanderrouten und potenziellen Aufzuchtgebiete zu rekonstruieren. Für Entscheider in Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereichen zeigt die Studie, dass langfristige Schutzmaßnahmen messbare Erfolge bringen – selbst bei Arten, die an den Rand des Aussterbens gebracht wurden.
Ausblick
Trotz der positiven Entwicklung bleiben die Bestände fragil. Blauwale sind weiterhin durch Schiffskollisionen, Fischernetze und die Verschmutzung der Meere bedroht. Die Forscher empfehlen den Ausbau der akustischen Überwachung und die Integration der Wal-Daten in die maritime Raumplanung. „Selbst nach mehr als 50 Jahren Erholung konnten wir nur zwölf Blauwalsichtungen vor unserer Küste verzeichnen“, erklärt Koautor Dr. Simon Elwen. Die Erholung wird Jahrzehnte dauern – aber sie hat begonnen.
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„Wale kehren zurück! Die Populationen erholen sich langsam – ein echter Hoffnungsschimmer für den Artenschutz."
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