Infrastruktur

Carbonbeton: leichter, langlebiger, korrosionsfrei

Kohlefasern statt Stahl: Carbonbeton spart 50% Beton, hält länger und revolutioniert Brückensanierungen.

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Kohlefasern statt Stahl: Carbonbeton spart 50% Beton, hält länger und revolutioniert Brückensanierungen.

Beton ist der meistgenutzte Baustoff der Welt – aber er hat eine Schwäche: Unter Zugbelastung wird er spröde. Deshalb wird er seit über hundert Jahren mit Stahl verstärkt. Stahlbeton hält enormen Kräften stand und ermöglicht Wolkenkratzer und filigrane Brücken. Doch der Stahl rostet, besonders wenn Wasser und Salz eindringen. In Deutschland sind rund 4000 Brücken marode, viele müssen saniert werden – sonst drohen Einstürze wie bei der Carolabrücke in Dresden.

Carbonbeton könnte das ändern. Statt Stahl werden Kohlefasern in den Beton eingebettet. Diese sind korrosionsbeständig, extrem zugfest und viel leichter. „Mit Carbonbeton kann man mindestens 50 Prozent des Betons einsparen“, sagt Manfred Curbach, Bauingenieur an der TU Dresden. Denn ein großer Teil des Betons in Stahlbeton dient nur als Schutzschicht gegen Rost – bei Carbonbeton entfällt das.

Die erste Carbonbeton-Brücke wurde 2017 in Winterthur (Schweiz) gebaut: acht Meter Spannweite, nur 3200 Kilogramm schwer – ein Viertel einer vergleichbaren Stahlbetonbrücke. Inzwischen entstehen weitere Brücken in Bülach und Dübendorf. Auch in Deutschland wird die Technik bereits eingesetzt: Die Firma Carbocon aus Dresden sanierte drei Autobahnbrücken in Frankfurt am Main mit einer nur wenige Zentimeter dicken Verstärkung aus Beton und Kohlefasergittern. Die Brücken blieben während der Bauarbeiten befahrbar.

Noch fehlen allgemeingültige Normen für Carbonbeton – Bauherren müssen Einzelgenehmigungen beantragen. Eine erste Richtlinie gibt es aber bereits. Experten sind überzeugt: Carbonbeton wird die Bauwirtschaft verändern. Er ist nicht nur langlebiger, sondern auch leichter und ermöglicht neue Gestaltungsmöglichkeiten. „Weniger bauen ist keine Option, also müssen wir anders bauen – vor allem langlebiger“, so Curbach.

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