Chinas Tianmu-Gebirge wird zwölfmal größeres Schutzgebiet
Uralte religiöse Naturverehrung und moderne Gesetze schützen jetzt gemeinsam 54.700 Hektar Wald in Ostchina.

In der chinesischen Provinz Zhejiang ragen die Gipfel des Tianmu-Gebirges aus Wolkenschwaden empor – ein Ort, den Mönche und Dorfbewohner:innen seit Jahrhunderten als heilig verehren. „Dieser Ort ist nicht nur wegen seiner Natur besonders", sagt Lu Senhong von der Verwaltungsbehörde des Tianmu-Naturreservats gegenüber Mongabay. „Die Menschen hier glauben seit Langem, dass jeder Baum, jede Blume und jeder Vogel einen Geist trägt. Dieser Respekt hat den Berg am Leben erhalten."
Mehr als ein Jahrtausend lang leiteten buddhistische, daoistische und konfuzianische Traditionen den Schutz von Pflanzen und Tieren in diesem üppigen Reservat. Tempel, die einst die Landschaft prägten, verhängten strenge Strafen gegen alle, die Bäume fällten oder Teile des Urwalds beschädigten – Bußgelder in Reis oder Silber, im Extremfall sogar der Ausschluss aus dem Kloster. Diese Regeln banden auch die Mönche selbst an einen strengen Verhaltenskodex, der die Heiligkeit des Waldes bewahrte.
Heute ist es der chinesische Staat, der den rechtlichen Rahmen für den Schutz vorgibt. Das Reservat wurde kürzlich um das Zwölffache erweitert und bildet nun gemeinsam mit dem benachbarten Qingliangfeng-Gebiet ein 54.700 Hektar großes UNESCO-Biosphärenreservat – die erste derartige Erweiterung in China überhaupt. Gemeinsam mit einem Managementplan, der mit den örtlichen Gemeinden entwickelt wurde, sollen die Behörden nun Herausforderungen für das artenreiche Ökosystem bewältigen und frühere Konflikte um die Landnutzung in einen tragfähigen, nachhaltigen Entwicklungsweg überführen.
Damit verbindet das Projekt zwei sehr unterschiedliche Schutzinstrumente: den jahrhundertealten spirituellen Respekt der lokalen Bevölkerung und moderne staatliche Regulierung. Für die Menschen in der Region bedeutet das erweiterte Reservat nicht nur den Erhalt eines besonderen Waldes, sondern auch Klarheit darüber, wie sie das Land künftig nutzen dürfen.
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„Jahrhundertealter Tempel-Glaube und moderne Gesetze schützen jetzt gemeinsam einen zwölfmal größeren Wald in China."
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