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Deutschland: Wind und Sonne liefern mehr Strom als Kohle & Gas

Erstmals kamen 44 % von Deutschlands Strom aus Wind und Sonne, nur 43 % aus Kohle, Gas und Öl.

Kohle, Gas und Öl gehören zu den fossilen Energieträgern: Sie entstanden vor Millionen Jahren aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren, und wenn sie verbrannt werden, setzen sie große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid frei, das die Erde aufheizt. Wind- und Solaranlagen erzeugen Strom dagegen fast ohne Treibhausgase, weil sie direkt die Kraft von Wind und Sonnenlicht nutzen.

Im vergangenen Jahr hat Deutschland erstmals mehr Strom aus Wind und Sonne gewonnen als aus fossilen Energien. Wind- und Solaranlagen lieferten zusammen 44 Prozent des deutschen Stroms, fossile Energieträger kamen auf rund 43 Prozent – das zeigen Daten des Energy Institute, eines Thinktanks mit Sitz in London. Die restlichen Prozentpunkte stammten vor allem aus Wasserkraft und Biomasse.

Der Meilenstein ist Teil der sogenannten Energiewende, wie Deutschland seinen Umbau der Stromversorgung nennt: weg von Kohle, Gas und Atomkraft, hin zu erneuerbaren Energien. Deutschland hat 2023 seine letzten Atomkraftwerke vom Netz genommen und will bis spätestens 2038 auch aus der Kohleverstromung aussteigen, wobei Fachleute davon ausgehen, dass dieses Ziel deutlich früher erreicht wird. Bis zum angestrebten Jahr für Klimaneutralität, 2045, sollen verbleibende Gaskraftwerke auf grünen Wasserstoff umgestellt werden, der ohne fossile Rohstoffe hergestellt wird.

Einen wichtigen Anteil am schnellen Ausbau von Wind- und Solaranlagen hatten vereinfachte Genehmigungsverfahren: Behörden haben Anträge digitalisiert, Abläufe gestrafft und saubere Energie offiziell zu einem Vorhaben von „überragendem öffentlichen Interesse" erklärt – ein Status, der Projekte besser vor rechtlichen Einsprüchen schützt.

Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA und China, und als größte Volkswirtschaft Europas, hat Deutschlands Umstieg auf erneuerbare Energien auch Signalwirkung für die gesamte Europäische Union. Auch EU-weit haben Wind und Sonne im vergangenen Jahr erstmals fossile Energien überholt: Sie lieferten 30 Prozent des Stroms in der EU, fossile Energien 29 Prozent, den Rest steuerten vor allem Atomkraft und Wasserkraft bei, wie Daten des Thinktanks Ember zeigen.

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„Deutschland hat letztes Jahr zum ersten Mal mehr Strom aus Wind und Sonne bezogen als aus Kohle, Gas und Öl zusammen."

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