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gesundheit Vereinigte Staaten · US

Kaugummi senkt Risiko für Mund- und Rachenkrebs deutlich

Ein Kaugummi aus Bohnen-Eiweiß senkte in einer US-Studie krebsfördernde Viren und Bakterien im Mund um bis zu 93 Prozent.

Kopf-Hals-Krebs, medizinisch Head and Neck Squamous Cell Carcinoma oder HNSCC genannt, entsteht in der Schleimhaut von Mund und Rachen und zählt weltweit zu den häufigsten Krebsarten. 2022 war er bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Menschen mittleren Alters die siebthäufigste Krebsart nach Häufigkeit und Sterblichkeit. Ein wichtiger Auslöser ist das humane Papillomavirus, kurz HPV, das über Speichel übertragen wird; hinzu kommen zwei Bakterienarten, Porphyromonas gingivalis und Fusobacterium nucleatum, die im Mund natürlich vorkommen, bei Übervermehrung aber Entzündungen und Krebswachstum begünstigen und die Überlebenschancen selbst nach Operation und Therapie verschlechtern können.

Forschende um Henry Daniell von der Zahnmedizinischen Fakultät der University of Pennsylvania haben nun einen Kaugummi entwickelt, der genau hier ansetzt. Die Basis bilden sogenannte Lablab-Bohnen, auch Helmbohnen genannt, die von Natur aus ein antivirales Eiweiß namens FRIL enthalten. Das Team untersuchte Speichel- und Mundspülproben von Patientinnen und Patienten mit HNSCC und stellte fest, dass Extrakte aus dem Bohnenkaugummi die HPV-Werte im Speichel um 93 Prozent und in Mundspülproben um 80 Prozent senkten.

In einer weiterentwickelten Version fügten die Forschenden zusätzlich Protegrin hinzu, ein natürliches antimikrobielles Eiweiß, das gezielt schädliche Bakterien abtötet. Schon eine einzige Dosis senkte die Werte von Porphyromonas gingivalis und Fusobacterium nucleatum fast auf null, ohne die nützlichen Bakterien im Mund anzugreifen. Das unterscheidet den Ansatz von einer Strahlentherapie, die üblicherweise auch die guten Bakterien reduziert und gleichzeitig die Ausbreitung des Hefepilzes Candida albicans begünstigt, der Beschwerden zusätzlich verschlimmern kann.

„Die meisten neuen Krebsmedikamente verbessern weder die Lebensqualität noch die Fünf-Jahres-Überlebensrate deutlich“, sagte Daniell. Genau deshalb ist der neue Ansatz bemerkenswert: Er zielt nicht auf den Tumor selbst, sondern auf die Infektionen, die ihn begünstigen, und könnte damit sowohl vorbeugend als auch begleitend zu bestehenden Therapien wirken.

Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht und damit unabhängig wissenschaftlich geprüft. Die Forschenden betonen jedoch, dass es sich erst um einen ersten Schritt handelt: Als Nächstes sollen klinische Studien am Menschen zeigen, ob der Kaugummi als Ergänzung zu bestehenden Krebsbehandlungen oder zur Vorbeugung von Infektionen eingesetzt werden kann. Bis zu einem zugelassenen Produkt ist es also noch ein Weg, aber ein vielversprechender erster Schritt ist gemacht.

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„Forschende haben einen Kaugummi entwickelt, der in einer Studie krebsfördernde Viren und Bakterien im Mund fast vollständig beseitigt hat."

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