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Indiens Tigerzahl wächst – jetzt kommen sichere Wildkorridore

Ein rund 400 Meter langer Tunnel unter einer Schnellstraße lässt Tiger und Elefanten sicher unter dem Verkehr hindurchwandern.

28. Juli 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Es ist früher Morgen im Rajaji-Tigerreservat im Norden Indiens, die Temperatur klettert schon jetzt Richtung 39 Grad Celsius. Über einer schmalen Passage unter der Nationalstraße 72 rauscht der Verkehr, während am Boden die Spuren eines Wildelefanten im feuchten Schlamm zu erkennen sind. Die sogenannte Teen-Pani-Unterführung – der Name bedeutet auf Deutsch "drei Wasser" – ist mit rund 400 Metern nicht besonders lang, aber breit und offen genug, damit Tiere von der Maus bis zum Elefanten sicher unter der Fahrbahn hindurchwandern können.

Auch der Bengal-Tiger T8 nutzt gelegentlich diesen Weg auf seinen nächtlichen Streifzügen durch die von Menschen geprägte Landschaft. T8 ist einer von fünf Tigern, die im Mai 2025 aus dem benachbarten Corbett-Tigerreservat nach Rajaji umgesiedelt wurden, um dort neue Reviere zu besiedeln. Die vierspurige Schnellstraße über der Unterführung wurde erst 2021 gebaut und hat noch keine Lärmschutzwände, weshalb der Verkehrslärm bis tief in den Wald zu hören ist. Sie ersetzte eine ältere, deutlich engere und stärker befahrene Straße, die von Delhi über die heilige Hindu-Stadt Haridwar bis in die Bergstadt Dehradun führte.

Wildtierkorridore wie dieser gelten als entscheidend, wenn Straßen mitten durch Schutzgebiete gebaut werden: Ohne solche Durchlässe zerschneiden Fahrbahnen die Wanderrouten von Tigern, Elefanten und anderen Arten und trennen Populationen voneinander ab, die sich sonst genetisch austauschen und neue Gebiete besiedeln könnten. Indiens Tigerbestand wächst seit Jahren wieder, was die bestehenden Reservate zunehmend voller werden lässt – umso wichtiger wird es, dass junge Tiere und umgesiedelte Exemplare wie T8 sichere Wege in neue Reviere finden.

Der Teen-Pani-Durchlass zeigt, dass sich Infrastruktur und Naturschutz nicht zwangsläufig ausschließen müssen, wenn Unterführungen von Anfang an groß genug geplant werden. Naturschützer in der Region hoffen, dass weitere geplante Straßenprojekte ähnliche Durchlässe erhalten, bevor neue Trassen gebaut werden. Für einen Tiger wie T8 bedeutet die Unterführung schlicht: ein Weg durch sein neues Zuhause, ohne den gefährlichen Sprint über eine belebte Fahrbahn wagen zu müssen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Unter einer indischen Schnellstraße gibt's einen 400-Meter-Tunnel – gebaut, damit Tiger und Elefanten sicher drunter durchlaufen können."

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