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Frauen in Nigeria patrouillieren für den Schutz seltener Gorillas

In Dörfern rund um ein Schutzgebiet in Nigeria patrouillieren Frauen gegen Wilderei – 2024 stoppten sie Holzgeschäfte.

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In Dörfern rund um ein Schutzgebiet in Nigeria patrouillieren Frauen gegen Wilderei – 2024 stoppten sie Holzgeschäfte.

Der Cross-River-Gorilla ist eine der seltensten Menschenaffen-Arten der Welt und lebt nur noch in einem kleinen Waldgebiet an der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun. Sein wichtigster Rückzugsort in Nigeria ist ein rund 100 Quadratkilometer großes Schutzgebiet im Afi-Bergland, das auch dem gefährdeten Nigeria-Kamerun-Schimpansen Lebensraum bietet. Über Jahre hinweg konnten traditionelle, von Männern geführte Dorfstrukturen in den umliegenden Gemeinden Wilderei, illegalen Holzeinschlag und die Verschmutzung von Flüssen kaum eindämmen – auch, weil Bewohner:innen zufolge oft genau jene Männer selbst an diesen Aktivitäten beteiligt waren, die eigentlich für die Durchsetzung der Dorfregeln zuständig gewesen wären.

In Dörfern wie Ulom, Katabang und Buanchor im Südosten Nigerias haben Frauen deshalb eigene Schutz-Kollektive gegründet. „Unsere Männer haben es nicht geschafft, die Bedrohungen zu stoppen", sagt Ofre Mary, Gründerin des Ulom Women's Conservation Collective. „Deshalb haben wir Frauen beschlossen, Stellung zu beziehen. Deshalb haben wir das Risiko auf uns genommen."

Die Kollektive patrouillieren regelmäßig und auch spontan, manchmal spät in der Nacht oder im Morgengrauen, um Spuren von Wilderei, Waldbränden oder illegalem Holzeinschlag aufzuspüren. Gemeldete Verstöße untersuchen sie entweder selbst oder gemeinsam mit anderen Dorfältesten, staatlichen Förster:innen und Naturschutzorganisationen in der Region.

2024 gelang den Frauen in Ulom und Buanchor ein konkreter Erfolg: Sie stoppten illegale Holzgeschäfte, die von Männern eingefädelt worden waren, wie Francis Akie berichtet, der den Rat der traditionellen Anführer von Ulom leitet. Die Frauen drohten mit einem nackten Protest – einer in der Region historisch verankerten Form des Widerstands, mit der Frauen öffentlich Druck auf Verantwortliche ausüben. Der Druck wirkte: Lokale Anführer mussten die Holzhändler entschädigen und die bereits geschlossenen Verträge stornieren.

Neben den Landpatrouillen kontrollieren die Frauenkollektive inzwischen auch den Afi-Fluss und weitere Gewässer in der Region auf Anzeichen von Verschmutzung und illegaler Nutzung. Die Initiative zeigt, wie lokale Selbstorganisation dort greifen kann, wo etablierte, männlich dominierte Strukturen an Durchsetzung und Glaubwürdigkeit gescheitert sind – mit direktem Nutzen für eine der bedrohtesten Tierarten Afrikas und für die Gemeinschaften, die mit ihr denselben Lebensraum teilen.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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