Drei US-Staaten streichen Steuer-Vorteile für Rechenzentren
Arizona, Washington und Pennsylvania beenden Steuerrabatte für Amazon, Microsoft & Co – für mehr Geld in der Staatskasse.
Rechenzentren sind riesige Hallen voller Server, in denen Daten gespeichert und verarbeitet werden – sie bilden das technische Rückgrat des Internets und, in wachsendem Maße, der Künstlichen Intelligenz. Ihr Betrieb verschlingt enorme Mengen Strom, und um Tech-Konzerne zur Ansiedlung solcher Anlagen zu bewegen, hatten viele US-Bundesstaaten sie jahrelang von der Umsatzsteuer befreit, etwa auf den Kauf der teuren Server-Hardware.
Drei Bundesstaaten haben diese Praxis nun beendet oder eingeschränkt. In Arizona unterzeichnete Gouverneurin Katie Hobbs Mitte Juni ein Haushaltsgesetz, das Betreiber von Rechenzentren künftig zur Zahlung von Umsatzsteuer auf ihren Energieverbrauch verpflichtet – eine seit 2013 bestehende Befreiung, die dem Bundesstaat laut Bloomberg Tax künftig schätzungsweise 38 Millionen Dollar zusätzliche Einnahmen pro Jahr bringen soll.
Im Bundesstaat Washington unterzeichnete Gouverneur Bob Ferguson ein Gesetz, das seit dem 1. Juli die Steuerbefreiung für künftig angeschaffte Ausrüstung in Rechenzentren aufhebt. Das ist deshalb relevant, weil die Hardware in diesen Anlagen im Schnitt nur rund drei Jahre hält, bevor sie wegen des technischen Fortschritts ersetzt werden muss – Betreiber müssen also regelmäßig neu investieren, und genau darauf fällt jetzt wieder Steuer an.
Auch das Parlament von Pennsylvania beschloss Ende Juni die Abschaffung von Steuervergünstigungen, die dort seit fünf Jahren galten. Der Abgeordnete Greg Vitali, der das Gesetz maßgeblich vorangetrieben hat, rechnet über die kommenden fünf Jahre mit einer halben Milliarde Dollar an zusätzlichen Einnahmen für den Staat. Sein Argument: Angesichts der vielen bereits bestehenden und geplanten Rechenzentren in Pennsylvania brauche es den vor einem Jahrzehnt eingeführten Anreiz nicht mehr.
„Wir geben diese Steuerbefreiungen an Unternehmen wie Amazon, Microsoft und Alphabet – Unternehmen mit einem jährlichen Nettogewinn von über 100 Milliarden Dollar“, sagte Vitali. „Das ist nicht nötig.“ Die drei Bundesstaaten reagieren damit auch auf wachsenden Widerstand in der Bevölkerung gegen den Bau weiterer Rechenzentren, die viel Strom und häufig auch viel Wasser zur Kühlung benötigen. Die zusätzlichen Steuereinnahmen fließen künftig in die jeweiligen Staatshaushalte – ein kleiner, aber konkreter Schritt hin zu einer gerechteren Verteilung der Kosten, die der KI-Boom mit sich bringt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Drei US-Staaten haben Steuer-Geschenke an Amazon, Microsoft & Co. für ihre Rechenzentren gestrichen – Millionen fließen jetzt in die Staatskasse."
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