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Kontrollierte Feuer retten Tausende der größten Bäume der Welt

Vorab kontrolliert verbrannte Riesenmammutbäume überlebten die Waldbrände viermal häufiger – rund 1.900 wurden so gerettet.

Riesenmammutbäume, die höchsten und mächtigsten Bäume der Erde, wachsen nur in einem schmalen Streifen der Sierra Nevada in Kalifornien und können über 3.000 Jahre alt werden. Mit ihrer dicken, faserigen Rinde und den hoch über dem Waldboden liegenden Baumkronen haben sie sich über Jahrtausende an kleinere, natürliche Feuer angepasst – diese verbrennen trockenes Unterholz, ohne den Bäumen selbst zu schaden. Doch das Klima in Kalifornien wird heißer und trockener, und die Waldbrände, die daraus entstehen, sind inzwischen so heftig, dass selbst diese widerstandsfähigen Riesen sterben.

Wie verheerend das sein kann, zeigten die Brände der vergangenen Jahre: Allein der Castle Fire von 2020 und der KNP Complex Fire von 2021 töteten zusammen bis zu 13.000 Riesenmammutbäume – fast ein Fünftel des gesamten Bestands weltweit. Eine neue Studie im Fachjournal Nature Communications liefert nun einen konkreten Ansatz, um solche Verluste künftig zu verringern: kontrollierte Verbrennungen, also gezielt gelegte, überwachte kleine Feuer, die überschüssiges brennbares Unterholz beseitigen, bevor ein großes Feuer es entzünden kann.

Für die Untersuchung werteten die Forschenden Luft- und Satellitenbilder von mehr als 26.000 Riesenmammutbäumen aus. Das Ergebnis: Bäume, die in den zehn Jahren vor dem Castle Fire oder dem KNP Complex Fire mit einer kontrollierten Verbrennung behandelt worden waren, überlebten die Brände etwa viermal häufiger als unbehandelte Bäume. Insgesamt bewahrten die vorbeugenden Feuer schätzungsweise 1.900 Riesenmammutbäume vor dem Tod. Wären alle Bäume vorab behandelt worden, hätten nach Berechnung der Studie weitere 3.900 Bäume gerettet werden können.

„Wenn das Ziel ist, die Riesenmammutbäume zu schützen, dann ist kontrolliertes Feuer ein unverzichtbares Werkzeug für die Verantwortlichen“, sagt Dan Dixon, Hauptautor der Studie und Postdoktorand an der University of California, Davis. Die Ergebnisse liefern damit erstmals einen belastbaren Beleg dafür, dass eine seit Jahren diskutierte Schutzmaßnahme tatsächlich wirkt – und zwar in einem Ausmaß, das sich direkt beziffern lässt.

Ganz ohne Herausforderungen ist die Methode allerdings nicht. Die Waldbrandsaison in Kalifornien wird durch die Erderwärmung länger, wodurch das Zeitfenster für sichere, kontrollierte Verbrennungen kleiner wird. Wie heikel die Praxis sein kann, zeigte sich 2022, als eine kontrollierte Verbrennung im Santa Fe National Forest in New Mexico außer Kontrolle geriet und zum größten Waldbrand in der Geschichte des Bundesstaates wurde. Randy Moore, der Chef der US-Forstbehörde, schrieb in der Aufarbeitung des Vorfalls, Dürre, extreme Wetterlagen und unvorhersehbare Windverhältnisse würden es zunehmend erschweren, kontrolliertes Feuer sicher als Werkzeug gegen zerstörerische Brände einzusetzen.

Für die Riesenmammutbäume, von denen einige seit der Zeit vor den ersten menschlichen Hochkulturen wachsen, ist die neue Studie dennoch eine handfeste gute Nachricht: Es gibt eine Methode, die nachweislich wirkt, und sie lässt sich gezielt dort einsetzen, wo die ältesten und größten Bäume der Erde am meisten gefährdet sind.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Kontrolliert gelegte Feuer haben rund 1.900 der größten Bäume der Erde vor verheerenden Waldbränden in Kalifornien gerettet."

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