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Ecosia baut mit Qwant europäischen Suchindex – gegen Google und US-Dominanz

Die Berliner Suchmaschine will Europas digitale Souveränität stärken und hat bereits 250 Millionen Bäume gepflanzt.

Hintergrund

Ecosia wurde 2009 von Christian Kroll gegründet und finanziert sich seit 17 Jahren ohne externes Kapital. Das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern in Berlin ist als B Corp zertifiziert und seit 2018 in Verantwortungseigentum – Gewinnentnahmen und Spekulationsverkäufe sind ausgeschlossen. Rund 80 Prozent der Überschüsse fließen in Aufforstungsprojekte; im April 2025 wurde der Meilenstein von 250 Millionen gepflanzten Bäumen erreicht. Lange war Ecosia technisch von Google und Microsoft Bing abhängig – ein Zustand, den Gründer Kroll als strategisches Risiko beschreibt: „Wenn Trump sagen würde, hey Google, gebt den Europäern keine Suchergebnisse mehr, müssten wir zurück zu Telefonbüchern.“

Was ist passiert

Seit Dezember 2024 baut Ecosia gemeinsam mit dem französischen Wettbewerber Qwant einen europäischen Suchindex auf. Das Joint Venture mit Sitz in Paris heißt European Search Perspective, die Technologie trägt den Namen Staan. Seit August 2025 liefert die eigene Technik die ersten Treffer; bis Ende 2025 soll die Hälfte aller Anfragen in Frankreich und ein Drittel in Deutschland darüber laufen. Bis Ende 2026 sollen zwei Drittel der Anfragen über die eigene Technik laufen – mit einer Qualität, die mit Google konkurrieren kann. „Das ist keine Magie“, sagt Kroll. „Es ist nicht so, dass nur Google wüsste, wie das geht.“

Warum das wichtig ist

Das Projekt ist Teil einer breiteren Bewegung für europäische digitale Souveränität. Im Januar 2026 hat das EU-Parlament mit 471 zu 68 Stimmen die konzentrierte Macht weniger US-Konzerne als Gefahr anerkannt. Bereits im Oktober 2025 gründete sich die EuroStack Foundation, eine Industrieallianz mit Nextcloud, Proton und Ecosia. Über 400 europäische Tech-Unternehmen haben einen offenen Brief an die EU-Kommission unterzeichnet, in dem sie den Kontinent als „digitale Kolonie“ bezeichnen. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD vom April 2025 heißt es: „Zum Ausbau der digitalen Resilienz stärken wir die EuroStack-Initiative.“ Ecosia zeigt, dass ein mittelständisches Unternehmen ohne Venture Capital technologische Alternativen zu den US-Giganten entwickeln kann.

Ausblick

Bis Ende 2026 soll der europäische Suchindex für zwei Drittel aller Anfragen in Deutschland und Frankreich bereitstehen. Ecosia arbeitet zudem an einer KI-App und setzt dabei auf europäische Anbieter und Open-Source-Modelle. Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, eine Milliarde Bäume zu pflanzen. Trotz der geringen Größe – „wir haben weniger als ein Tausendstel der Mitarbeiter von Google“ – zeigt Ecosia, dass technologische Unabhängigkeit auch ohne Milliardenbudgets möglich ist. Die Frage ist, ob die politische Unterstützung ausreicht, um den Index langfristig gegen die Marktmacht von Google zu behaupten.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Hast du gewusst, dass Ecosia nicht nur Bäume pflanzt, sondern jetzt auch einen eigenen Suchindex baut? Weg von Google!"

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