Everglades-Renaturierung nach 20 Jahren erfolgreich
90% der natürlichen Hydrologie und Vegetation im Picayune Strand wiederhergestellt

Im Picayune Strand, einem fast perfekten Rechteck von Feuchtgebiet nordwestlich des Everglades-Nationalparks, ist nach über 20 Jahren ein bemerkenswerter Renaturierungserfolg gelungen. Das Gebiet war in den 1950er Jahren von der Immobilienfirma Gulf American trockengelegt worden, um Amerikas größte Vorstadtsiedlung zu errichten – ein Vorhaben, das an den natürlichen Gegebenheiten scheiterte. Die Firma ging bankrott, hinterließ aber vier große Kanäle und ein Netz von Straßendämmen, die den natürlichen Wasserfluss blockierten.
Seit 1985 kauften Naturschutzorganisationen wie die Everglades Foundation und das Conservancy of Southwest Florida nach und nach die privaten Grundstücke auf. Bis 2004 war das gesamte Areal in öffentlicher Hand. Die eigentliche Renaturierung begann mit dem Verschließen der Kanäle und dem Abriss der Straßen – das Material wurde zurück in die Kanäle geworfen, aus denen es einst ausgehoben worden war. Ziel war es, die natürliche Hydrologie der Everglades wiederherzustellen, die durch einen langsamen, gleichmäßigen „Blattfluss“ durch ein „Grasmeer“ gekennzeichnet ist.
„Picayune ist der beste Ort in Südflorida, um das Gebiet in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen“, sagt Michael Duever, ein Ökologe, der das Projekt seit Jahren überwacht. „Wir schätzen, dass wir bei 90 plus/minus Prozent der Wiederherstellung sind.“ Kompromisse gab es nur dort, wo noch Menschen leben: Drei Pumpstationen leiten Regenwasser aus den geschlossenen Kanälen in Becken, von wo es langsam versickert. Die Vegetation erholt sich massiv – unter anderem kehrt eine heimische wilde Sonnenblume zurück, die die dauerhafte Nässe braucht.
Das renaturierte Picayune Strand soll mehreren bedrohten Arten helfen, darunter dem Rotkokadenspecht und dem Florida-Panther. Studien zeigen bereits, dass die zunehmende Insektenvielfalt der Bonneted-Fledermaus zugutekommt, der größten ihrer Art in Florida mit einer Flügelspannweite von über 30 Zentimetern. Stephen Davis, Chefwissenschaftler der Everglades Foundation, sieht das Projekt als „Mikrokosmos des gesamten Everglades-Plans“. Der Erfolg beweist, dass selbst großflächige Eingriffe in Ökosysteme durch beharrliche, wissenschaftlich fundierte Renaturierung rückgängig gemacht werden können.
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