Zurück
innovation Vereinigte Staaten · US

Gemeinsam Wärmepumpen kaufen spart Tausende

In den USA schließen sich Hausbesitzer zusammen, um Rabatte von 10-20% zu erhalten – ein Modell, das sich ausweitet.

Beat: Klima & Energie · Fachquelle
14. Juni 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Grist

Marie Tai aus Boston brauchte eine neue Kühlung für ihre Wohnung – ihre alten Fenster-Klimageräte waren selbst auf höchster Stufe kaum noch wirksam. Die Sommer in ihrer Nachbarschaft werden wegen des Klimawandels immer heißer, und ihre frisch adoptierte Katze Mittens erholte sich noch von einem Autounfall. Tai dachte schon länger über eine Wärmepumpe nach, ein elektrisches Gerät, das sowohl heizen als auch kühlen kann und fossile Brennstoffe überflüssig macht. Doch drei Handwerker hatten ihr Preise zwischen 28.000 und 40.000 Dollar genannt – zu viel für ihre 100 Quadratmeter große Wohnung. Also legte sie das Projekt erst einmal auf Eis.

Über Facebook fand Tai dann ein Angebot von Laminar Collective, einem lokalen Startup, das Gruppenkäufe für Wärmepumpen organisiert. Die Idee: Viele Hausbesitzer bestellen gemeinsam, die Installateure kaufen die Geräte in größeren Stückzahlen und sparen sich die aufwendige Einzelkundenakquise. Die Ersparnis geben sie an die Kunden weiter. Tai bekam ihre Wärmepumpe für 20.000 Dollar – mehrere Tausend weniger als das günstigste Angebot zuvor. Hinzu kamen 8.500 Dollar staatliche Förderung und ein zinsloses Darlehen über acht Jahre. Seitdem spart sie rund 1.300 Dollar pro Jahr an Energiekosten, ihre Allergien sind besser, und die Katze fühlt sich wohl.

Dieses Modell des gemeinsamen Einkaufs verbreitet sich in den USA rasant. Firmen, Non-Profit-Organisationen und lokale Regierungen bieten immer häufiger Programme an, die die Nachfrage bündeln und Rabatte von 10 bis 20 Prozent ermöglichen – das sind etwa 3.000 bis 6.000 Dollar pro Installation. Der Ansatz kommt gerade recht, denn die US-Bundesregierung hat unter Präsident Trump die Förderung für Wärmepumpen gestrichen. Ein Steuervorteil von 2.000 Dollar fiel weg, und auch staatliche Rabatte für den Umstieg von Gas auf Strom wurden gestoppt.

Die Organisation Solar United Neighbors, die seit 2007 ähnliche Gruppenkäufe für Solaranlagen organisiert, arbeitet nun mit der Firma iChoosr zusammen, um auch Wärmepumpen günstiger anzubieten. Seit 2023 haben über 5.100 US-Haushalte auf diesem Weg Solaranlagen oder Batterien erhalten. iChoosr startete 2024 erste Wärmepumpen-Programme in Colorado und Washington D.C. mit rund 90 Haushalten. Im Frühjahr 2025 wiederholte die Firma die Aktion – über 1.000 Haushalte haben bereits Interesse angemeldet. Weitere Programme sind in Houston, Dallas, Chicago und Nord-Arizona geplant.

Auch für die Installateure lohnt sich das Modell. Sie sparen Vertriebskosten, weil die Kunden durch Mundpropaganda und öffentliche Werbung kommen. Die Firma Elephant Energy spart rund 300 Dollar pro Projekt. Zudem glätten Gruppenkäufe die saisonalen Schwankungen: Im Heizungs- und Klimaanlagengeschäft fallen 70 bis 80 Prozent des Jahresumsatzes in nur zwei Monaten an. Planbare Aufträge helfen, die ruhigen Zeiten zu überbrücken. Noch gibt es die Programme nicht überall. Wer Interesse hat, kann bei seiner Stadt- oder Kreisverwaltung nachfragen, ob sie einen Gruppenkauf unterstützen. Tai jedenfalls ist begeistert: „Es ist ermutigend, Teil so einer Gemeinschaftsaktion zu sein.“

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor: Du kaufst eine Wärmepumpe mit deinen Nachbarn und sparst Tausende Euro. Genau das passiert gerade in den USA."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus innovation