Georgia schützt Farmland mit 2 Mio. Dollar Fonds
Erstes staatliches Programm gegen den Verlust von 10% der Agrarfläche bis 2040

Georgia verliert seine Farmen – an Wohnsiedlungen, Lagerhallen und Rechenzentren. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig des US-Bundesstaates, doch der Druck auf die Bauern, ihr Land an Entwickler zu verkaufen, wächst. Bis 2040 könnten rund 800.000 Acres (etwa 324.000 Hektar) Ackerland verschwinden, warnt das Landwirtschaftsministerium von Georgia. Das wäre ein Verlust von zehn Prozent der gesamten Agrarfläche.
Dagegen hat der Bundesstaat nun ein neues Instrument geschaffen: den Georgia Farmland Conservation Fund. Das Gesetz wurde 2023 verabschiedet, die erste Finanzierung in Höhe von zwei Millionen Dollar für das Jahr 2024 bewilligt. Landwirte können sich um Fördermittel bewerben, um ihre Flächen dauerhaft vor Umwidmung zu schützen. Die erste Antragsrunde endete am 20. Mai, die Entscheidungen fallen im August.
Das Prinzip heißt „Naturschutzdienstbarkeit“ (conservation easement). Dabei verkauft der Landwirt die künftigen Baurechte an eine Organisation wie einen Land Trust. Ein Gutachter ermittelt den Wert dieser Rechte, dann einigen sich die Parteien auf den Preis. Die Hälfte der Zahlung kommt aus dem staatlichen Fonds, die andere Hälfte von Partnern wie Land Trusts, Kommunen oder dem US-Landwirtschaftsministerium, das jährlich 450 Millionen Dollar für solche Zwecke bereitstellt.
Der Bauer kann sein Land weiter bewirtschaften – Getreide anbauen, Vieh züchten oder Holz ernten. Er darf es sogar verkaufen, aber nicht an jemanden, der darauf Häuser, Einkaufszentren oder Fabriken baut. „Das ist eine überzeugende Alternative für unsere Landwirte, die unter enormem finanziellen Druck stehen und ständig Angebote zum Verkauf bekommen“, sagt Katherine Moore, Präsidentin des Georgia Conservancy, der sich für den Fonds eingesetzt hat.
Einer der ersten Bewerber ist Russ Moon, der auf seiner Familienfarm in Madison County Mais, Soja und Erdbeeren anbaut und Rinder züchtet. Seit vier Generationen, rund 100 Jahren, bewirtschaftet seine Familie den Hof. „Das Land zu verkaufen, ist für mich keine Option“, sagt Moon. „Ich will so lange wie möglich in der Landwirtschaft bleiben.“ Doch er weiß, dass die wirtschaftlichen Zwänge groß sind. Wetter, schwankende Preise und globale Märkte machen die Landwirtschaft unberechenbar. „Vielleicht müssen meine Kinder eines Tages verkaufen – aber ich will nicht, dass das Land dann bebaut wird.“
Der Schutz von Ackerland hat auch eine Klimakomponente. Wenn Felder versiegelt werden, wird der darin gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt. Wohn- und Gewerbegebiete verursachen zudem meist höhere Emissionen als die Landwirtschaft. Naturschutzdienstbarkeiten fördern dagegen oft Praktiken, die mehr Kohlenstoff binden, und schützen angrenzende Wälder und Feuchtgebiete.
Moon sieht einen Widerspruch: „Georgia rühmt sich, der beste Bundesstaat für Unternehmen zu sein – aber damit schaden wir unserer wichtigsten Industrie.“ Einmal zugebaut, sei Ackerland für immer verloren. Der neue Fonds ist ein erster Schritt, um das Gleichgewicht zu wahren, bevor es zu spät ist.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, dein Ackerland wird so wertvoll, dass du es nur gegen Bebauung schützen kannst – genau das passiert in Georgia. Jetzt gibt es Geld dafür."
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