Ghana: 20 Jahre Haft für illegalen Bergbau im Regenwald
Ein Gericht verurteilte einen Regionalpolitiker zu 20 Jahren Haft – illegaler Bergbau hatte Wald und Dörfer zerstört.
In Ghana ist ein hochrangiger Regionalpolitiker zu einer der härtesten Strafen verurteilt worden, die in dem westafrikanischen Land je für Umweltzerstörung durch Bergbau verhängt wurden. Das Hohe Gericht in der Hauptstadt Accra sprach Bernard Antwi Boasiako, Regionalvorsitzender der oppositionellen New Patriotic Party, schuldig, unlizenzierten Bergbau in der Konzession Samreboi in Ghanas Western Region ermöglicht zu haben – und verurteilte ihn zu 20 Jahren Haft.
Die betroffene Region liegt im sogenannten Upper Guinean Forest Belt, einem Regenwaldgürtel, der sich von Togo und Ghana im Osten bis nach Guinea im Westen zieht. Zwar wurden große Teile der Landschaft in den vergangenen Jahrzehnten bereits abgeholzt und in Kakaoplantagen umgewandelt, doch bedeutende Flächen ursprünglichen Waldes sind erhalten geblieben, darunter die nahe gelegenen Waldreservate Tano Nimiri und Aboi.
In den vergangenen Jahren wurde die Gegend massiv durch illegalen Bergbau geschädigt – in Ghana lokal als „Galamsey“ bekannt. Die Schürfer graben ungesicherte Gruben und verändern die natürlichen Abflusswege von Flüssen, weil sie auf der Suche nach Gold ganze Flusstäler umgraben. Zurück bleibt eine von verlassenen Gruben zernarbte Landschaft.
Wie gefährlich das werden kann, zeigte sich im Juni: Bei starken Regenfällen trat der Fluss Tano über die Ufer und überschwemmte mehr als 200 Häuser in Samreboi und den umliegenden Gemeinden, einige Gebäude stürzten vollständig ein.
Verschärft wurde die Lage durch ein Gesetz aus dem Jahr 2022, das es erlaubte, Bergbaukonzessionen sogar innerhalb von Waldreservaten zu vergeben – zuvor geschützte Wälder wurden dadurch für den Abbau geöffnet. Dieses Gesetz wurde 2025 wieder zurückgenommen.
Die Verurteilung des NPP-Funktionärs am 20. Juli reiht sich in diese Kehrtwende ein: Erstmals wird ein einflussreicher Politiker persönlich für die Folgen von illegalem Bergbau zur Verantwortung gezogen, statt dass nur einfache Schürfer bestraft werden.
Das Urteil hat in Ghana eine lebhafte öffentliche Debatte ausgelöst – ein Hinweis darauf, wie genau die Öffentlichkeit die Aufarbeitung der Galamsey-Krise inzwischen verfolgt.
Zwar bleibt industrieller, legaler Bergbau laut Bericht weiterhin die Hauptursache für Waldverlust in Ghana, das als größter Goldproduzent Afrikas gilt. Doch die Kombination aus Gesetzesrücknahme und einer spürbaren Haftstrafe für einen politisch einflussreichen Förderer illegalen Bergbaus setzt ein Zeichen, das über den Einzelfall hinausreicht.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Ein Regionalpolitiker in Ghana wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil sein illegaler Bergbau Wälder zerstörte und Dörfer überflutete."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus klima
Solarstrom erstmals stärker als Kohle in den USA
Im Mai lieferte Solarenergie 12,8% des US-Stroms, Kohle nur 12,2% – ein historischer Wendepunkt.
Solarstrom überholt Kohle in den USA
Im Mai 2026 lieferte Solarenergie erstmals mehr Strom als Kohle – ein Meilenstein für die Energiewende.
Shanghai erreicht 98% Recyclingquote bei Industrieabfällen
Seit 2019 senkt die Megacity ihre Abfallmengen drastisch – mit Systemwechsel und Innovationen