Indonesien: Neues Gesetz soll Fischer besser schützen
Fischer wie Endi verdienen oft nur 1,40 Dollar am Tag – eine neu ratifizierte UN-Konvention soll das mit Mindeststandards ändern.

Endi sitzt vor der Tür zum zweiten Deck eines Fischkutters im Hafen Nizam Zachman in Jakarta und wartet darauf, dass sein Boot ablegt. Der 42-Jährige hat nur eine Grundschulbildung, andere Jobs wie auf dem Bau hätten ihm nicht gereicht, erzählt er dem Nachrichtenportal Mongabay – zu niedrig sei dort die Bezahlung gewesen. Auf See verdient er als einfacher Deckhand rund 25.000 Rupiah am Tag, umgerechnet etwa 1,40 US-Dollar; der Erste Ingenieur an Bord bekommt bis zu viermal so viel. Bei einer zweimonatigen Fahrt kommen so zwischen 1,5 und 6 Millionen Rupiah zusammen, also 84 bis 334 US-Dollar für zwei Monate Arbeit auf offener See. Für eine Familie reiche das kaum, sagt Endi – trotzdem sei er froh, überhaupt Arbeit zu haben.
Genau für Menschen wie ihn könnte sich in den kommenden Jahren etwas ändern. Im April dieses Jahres hat die indonesische Regierung das Arbeitsübereinkommen über die Arbeit im Fischereisektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), bekannt als Konvention 188 aus dem Jahr 2007, ratifiziert. Ein solches Übereinkommen ist ein internationaler Vertrag, den Länder freiwillig unterschreiben, um sich auf gemeinsame Mindeststandards zu verpflichten – etwas, das es für die Fischerei in Indonesien bislang nicht in dieser Form gab.
Die Regierung hat nun ein Jahr Zeit, sich auf die Umsetzung vorzubereiten. Das bedeutet, bestehende Regeln zu Anwerbung, Ausbildung, Zertifizierung und Verwaltung von Fischereibesatzungen zu überarbeiten. Insgesamt soll die Konvention Mindeststandards für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, faire Löhne, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, soziale Sicherung, rechtlichen Schutz und ausreichende Ruhezeiten für alle Beschäftigten in der Fischerei etablieren.
Für Arbeiter wie Endi wäre das ein handfester Fortschritt: Statt allein auf das Wohlwollen einzelner Bootseigner angewiesen zu sein, gäbe es künftig einen gesetzlichen Rahmen, der Mindestlöhne, Ruhezeiten und Sicherheitsvorkehrungen einklagbar macht. Die Fischereiindustrie ist für Millionen Menschen in Indonesien eine zentrale Einkommensquelle – wie konsequent das neue Regelwerk am Ende umgesetzt wird, muss sich in der Praxis erst noch zeigen. Der erste, entscheidende Schritt aber, die Ratifizierung selbst, ist bereits getan.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„1,40 Dollar am Tag auf See: Indonesien schützt seine Fischer jetzt"
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