Zurück
gemeinschaft Malaysia · MY

Indigene stoppen Mega-Staudamm in Borneo

Nach zehn Jahren Kampf: 20.000 Menschen vor Vertreibung bewahrt, 400 km² Regenwald gerettet.

10. Juni 2026 1 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Im Oktober 2015 versammelten sich indigene Aktivistinnen und Aktivisten aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Kambodscha, Brasilien, den USA und Honduras im Dorf Tanjung Tepalit am Baram-Fluss auf der Insel Borneo. Sie kamen zu einem Treffen mit dem Namen WISER – dem Weltgipfel der Indigenen zu Umwelt und Flüssen. Der Ort war bewusst gewählt: Tanjung Tepalit und mehr als zwei Dutzend weitere Dörfer entlang des Flusses sollten dem Baram-Staudamm weichen, einem riesigen Wasserkraftprojekt mit einer Leistung von 1.200 Megawatt.

Der Staudamm war Teil eines regionalen Industrialisierungsplans namens Sarawak Corridor of Renewable Energy (SCORE), der von der Regierung des malaysischen Bundesstaates Sarawak vorangetrieben wurde. Das Projekt hätte eine Fläche von mehr als 400 Quadratkilometern überflutet – das entspricht etwa der Fläche der Stadt Köln. Schätzungsweise 20.000 Menschen der indigenen Völker Kenyah, Kayan und Penan wären vertrieben worden. Unter den Versammelten waren Muslime, Katholiken, Evangelikale, Buddhisten, Agnostiker und Anhänger traditioneller indigener Religionen.

Peter Kallang, der Gründer und Vorsitzende der lokalen Interessenvertretung SAVE Rivers, sagte damals zu der Versammlung: „Wir sind Menschen vieler Glaubensrichtungen, aber vereint in einer Mission: unsere Waldheimat und unsere Lebensweise zu schützen.“ Das Treffen war einerseits eine Strategiebesprechung für eine internationale Koalition gegen das staatlich-wirtschaftliche Großprojekt. Andererseits war es ein Bekenntnis zu etwas Älterem: der Überzeugung, dass die Werte, die Gemeinschaften über Generationen an ihr Land binden, unantastbar sind.

Zehn Jahre später ist klar: Der Kampf war erfolgreich. Der Baram-Staudamm wurde nicht gebaut. Die indigenen Gemeinschaften konnten ihr Land und ihre Lebensweise bewahren. Der Erfolg zeigt, dass lokaler Widerstand mit internationaler Vernetzung und strategischer Zusammenarbeit auch gegen mächtige Gegner bestehen kann. Das Bündnis aus verschiedenen Völkern und Religionen könnte als Modell für ähnliche Auseinandersetzungen weltweit dienen – von Brasilien bis Kambodscha.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor, dein Dorf soll einem Staudamm weichen – und du gewinnst den Kampf dagegen. Genau das ist in Borneo passiert."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus gemeinschaft