Indigene stoppen Mega-Staudamm in Borneo
Nach zehn Jahren Kampf: 20.000 Menschen vor Vertreibung bewahrt, 400 km² Regenwald gerettet.

Im Oktober 2015 versammelten sich indigene Aktivistinnen und Aktivisten aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Kambodscha, Brasilien, den USA und Honduras im Dorf Tanjung Tepalit am Baram-Fluss auf der Insel Borneo. Sie kamen zu einem Treffen mit dem Namen WISER – dem Weltgipfel der Indigenen zu Umwelt und Flüssen. Der Ort war bewusst gewählt: Tanjung Tepalit und mehr als zwei Dutzend weitere Dörfer entlang des Flusses sollten dem Baram-Staudamm weichen, einem riesigen Wasserkraftprojekt mit einer Leistung von 1.200 Megawatt.
Der Staudamm war Teil eines regionalen Industrialisierungsplans namens Sarawak Corridor of Renewable Energy (SCORE), der von der Regierung des malaysischen Bundesstaates Sarawak vorangetrieben wurde. Das Projekt hätte eine Fläche von mehr als 400 Quadratkilometern überflutet – das entspricht etwa der Fläche der Stadt Köln. Schätzungsweise 20.000 Menschen der indigenen Völker Kenyah, Kayan und Penan wären vertrieben worden. Unter den Versammelten waren Muslime, Katholiken, Evangelikale, Buddhisten, Agnostiker und Anhänger traditioneller indigener Religionen.
Peter Kallang, der Gründer und Vorsitzende der lokalen Interessenvertretung SAVE Rivers, sagte damals zu der Versammlung: „Wir sind Menschen vieler Glaubensrichtungen, aber vereint in einer Mission: unsere Waldheimat und unsere Lebensweise zu schützen.“ Das Treffen war einerseits eine Strategiebesprechung für eine internationale Koalition gegen das staatlich-wirtschaftliche Großprojekt. Andererseits war es ein Bekenntnis zu etwas Älterem: der Überzeugung, dass die Werte, die Gemeinschaften über Generationen an ihr Land binden, unantastbar sind.
Zehn Jahre später ist klar: Der Kampf war erfolgreich. Der Baram-Staudamm wurde nicht gebaut. Die indigenen Gemeinschaften konnten ihr Land und ihre Lebensweise bewahren. Der Erfolg zeigt, dass lokaler Widerstand mit internationaler Vernetzung und strategischer Zusammenarbeit auch gegen mächtige Gegner bestehen kann. Das Bündnis aus verschiedenen Völkern und Religionen könnte als Modell für ähnliche Auseinandersetzungen weltweit dienen – von Brasilien bis Kambodscha.
Belegt durch
- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
- Sarawak · Region
- KI-generierte Illustration. Zeigt nicht den Ort der Geschichte.