Japan wird Lacrosse-Hochburg durch Johns Hopkins
Seit 40 Jahren fördert die Uni den Sport in Japan – heute spielen 15.000 Menschen, 2028 kommt Lacrosse zu Olympia.

Lacrosse ist eine der ältesten Mannschaftssportarten Nordamerikas. Ursprünglich von indigenen Völkern gespielt, verbreitete sich das Spiel mit Schläger und Ball vor allem in Kanada und an der US-Ostküste. In Japan war Lacrosse in den 1980er Jahren praktisch unbekannt – bis eine Gruppe von Studenten der Keio-Universität in Tokio beschloss, es zu lernen.
Der Zufall wollte es, dass Norio Endo, ein Alumnus der Johns Hopkins University (JHU), damals in Tokio arbeitete. Er hörte von den Studenten und wandte sich an die Uni-Leitung in Baltimore. Der damalige Vizepräsident Ross Jones erinnerte sich an eine Begegnung mit der japanischen Kampfkunst Kendo, die ihm Ähnlichkeiten mit Lacrosse aufgefallen war. Er überzeugte den Sportdirektor der Uni, nach Japan zu reisen – und der war so begeistert, dass er 1987 den Cheftrainer und vier Spitzenspieler nach Japan schickte, nur wenige Wochen nach dem NCAA-Meisterschaftssieg der Blue Jays.
Es folgten weitere Reisen und Trainingscamps. Auch die Frauen-Lacrosse-Trainerin Sally Beth Anderson reiste nach Japan, um den Sport dort für Frauen zu etablieren. Yusuke Sasaki, einer der ersten japanischen Lacrosse-Spieler, kam als Austauschstudent an die JHU und half beim Management des Männerteams. Norio Endo wurde erster Präsident des japanischen Lacrosse-Verbands, dessen Motto „Lacrosse Makes Friends“ (Lacrosse macht Freunde) lautet.
40 Jahre später ist Japan eine der führenden Lacrosse-Nationen. Über 200.000 Menschen haben den Sport in Japan ausgeübt, aktuell spielen rund 15.000. Die japanischen Nationalteams gehören zur Weltspitze. In diesem Sommer richtet Japan die Weltmeisterschaft der Frauen aus. Und 2028 wird Lacrosse erstmals olympisch sein – ein Meilenstein, der ohne die frühe Förderung durch Johns Hopkins kaum denkbar wäre.
„Der Geist des japanischen Lacrosse kommt immer aus der Hopkins-DNA“, sagt Sasaki, heute erfolgreicher Geschäftsmann und Präsident des japanischen Lacrosse-Verbands. Die aktuelle Frauenmannschaft der JHU reiste kürzlich zu einem Freundschaftsspiel nach Japan, das Männerteam folgt nächstes Jahr. „Es ist absolut erstaunlich, wie sie sich entwickelt haben“, sagt JHU-Frauentrainer Tim McCormack. „Sie spielen auf höchstem Niveau.“
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Eine US-Uni hat vor 40 Jahren Lacrosse nach Japan gebracht. Heute spielen 15.000 Menschen dort – und 2028 wird es olympisch."
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