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Jugend-Gewalt in Baltimore um 42% gesunken

Studie: Gewaltpräventionsprogramm senkt Tötungsdelikte bei 15- bis 24-Jährigen deutlich.

Beat: Gesundheit & Forschung · Peer-Review

In Baltimore, einer der gewalttätigsten Städte der USA, gibt es ein Programm, das zeigt: Gewalt ist kein Schicksal. Das Programm heißt 'Safe Streets' und setzt auf Menschen, die in ihren eigenen Vierteln vermitteln – sogenannte 'Violence Interrupters'. Sie sind keine Polizisten, sondern oft ehemalige Gang-Mitglieder oder Respektspersonen aus der Nachbarschaft. Ihre Aufgabe: Konflikte entschärfen, bevor sie in Schießereien enden.

Eine neue Studie der Johns Hopkins University hat nun die Wirkung von Safe Streets auf Jugendgewalt untersucht – und die Zahlen sind beeindruckend. Über einen Zeitraum von 2007 bis 2023 analysierten die Forscher elf Standorte des Programms in Baltimore. Das Ergebnis: In den betroffenen Vierteln sanken Tötungsdelikte bei Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren um durchschnittlich 42 Prozent. Nicht-tödliche Schießereien gingen um 21 Prozent zurück.

Die Ergebnisse variierten allerdings stark von Ort zu Ort. An fünf Standorten sanken die Tötungsdelikte um 37 bis 100 Prozent, an zwei Standorten stiegen sie sogar. Die Forscher führen diese Unterschiede auf lokale Faktoren zurück – etwa die Zusammenarbeit mit der Polizei, die Unterstützung durch die Gemeinde oder die Dynamik der Gewalt im Viertel. Dennoch: Der Gesamttrend ist klar – das Programm rettet Leben.

'Diese Ergebnisse zeigen, dass Safe Streets einen positiven Einfluss auf eine der häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen in Baltimore haben kann', sagt Carla Tilchin, Hauptautorin der Studie. 'Die Gewaltunterbrecher widmen ihr Leben dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und machen ihre Nachbarschaften sicherer – es ist wichtig zu wissen, dass ihre Arbeit Leben retten kann.'

Die Studie gilt als die erste, die die Wirkung eines gemeinschaftsbasierten Gewaltpräventionsprogramms speziell auf Jugendgewalt untersucht. Sie nutzte eine sogenannte 'synthetische Kontrollmethode': Die Forscher erstellten eine künstliche Vergleichsnachbarschaft aus mehreren Kontrollvierteln, die vor Einführung von Safe Streets ähnliche Gewalttrends aufwies. So konnten sie modellieren, was ohne das Programm passiert wäre.

Baltimore hat in den letzten Jahren massiv in solche gemeindebasierten Gewaltinterventionen investiert. 'Wir hoffen, dass Safe Streets seine Reichweite und Wirkung bei den Jugendlichen mit dem höchsten Risiko für Waffengewalt weiter ausbauen kann', sagt Daniel Webster, Professor an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Die Studie zeigt: Es lohnt sich.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, ein Programm senkt Tötungsdelikte bei Jugendlichen um 42% – einfach, weil Nachbarn Konflikte schlichten, bevor sie eskalieren."

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