Infrastruktur

Jute-Abfälle werden zu Tinte und Graphen

Forscher gewinnen aus Jutestängeln umweltfreundliche Tinte – zehnmal günstiger als Importe.

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Forscher gewinnen aus Jutestängeln umweltfreundliche Tinte – zehnmal günstiger als Importe.

Bangladesch ist der zweitgrößte Jute-Produzent der Welt und der größte Exporteur der sogenannten „goldenen Faser“. Die Pflanze wächst hier so üppig, dass auf dem Land oft ganze Haufen der holzigen Stängel als Brennholz oder billige Zäune genutzt werden. Wissenschaftler haben nun einen Weg gefunden, aus diesem landwirtschaftlichen Abfall etwas Wertvolles zu machen: Druckertinte.

Ein Team unter der Leitung des bangladeschischen Forschers Md Abdul Aziz von der King Fahd University of Petroleum and Minerals in Saudi-Arabien hat eine umweltfreundliche schwarze Tinte entwickelt. Dafür werden die getrockneten Jutestängel in winzige Kohlenstoffpartikel zerlegt – sogenannte submicron carbon particles. Diese Partikel sind so fein, dass sie sich als Farbpigment für Tinte eignen. Die Ergebnisse wurden 2022 im Fachjournal Chemistry: An Asian Journal veröffentlicht.

„Wir versuchen, minderwertige Biomasse in hochwertige Industriematerialien zu verwandeln“, erklärt Aziz. „Aber als wir es mit Jutestängeln versuchten, waren wir überrascht. Wir haben eine bessere Tintenqualität erhalten – und sie könnte etwa zehnmal günstiger sein als importierte Tinte.“ Bangladesch produziert jährlich bis zu neun Millionen Ballen Rohjute, das entspricht rund 1,6 Millionen Tonnen. Bisher werden die Stängel meist verbrannt oder weggeworfen.

Die Innovation könnte einen echten Unterschied machen: Bangladesch gibt jedes Jahr Millionen Dollar für importierte Druckfarben aus. Mit einer eigenen, günstigen und umweltfreundlichen Alternative ließe sich diese Abhängigkeit verringern. Gleichzeitig entsteht aus Abfall ein neuer Wirtschaftszweig. Die Forscher arbeiten nun daran, das Verfahren industriell nutzbar zu machen – und auch andere Produkte wie Graphen, ein extrem stabiles und leitfähiges Material, aus Juteabfällen zu gewinnen.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.