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KI entschlüsselt verkohlte Schriftrollen aus Pompeji

Dank KI und Teilchenbeschleuniger werden antike Texte lesbar – darunter unbekannte Werke eines stoischen Philosophen.

Im Jahr 79 n. Chr. begrub der Vesuv die Städte Pompeji und Herculaneum unter Asche und Bimsstein. In einer Villa in Herculaneum, die vielleicht Julius Cäsars Schwiegervater gehörte, wurden 275 Jahre lang 800 verkohlte Papyrusrollen gefunden – die einzige erhaltene Bibliothek aus der Antike. Jahrelang scheiterten alle Versuche, die Rollen zu entrollen oder chemisch zu lesen, denn sie zerfielen bei Berührung zu Staub.

Doch nun gelang einem Team um die Universität Neapel Federico II ein Durchbruch: Mit einem Teilchenbeschleuniger in Oxford – dem Diamond Light Source – wurden die Rollen hochauflösend geröntgt. Die dabei entstandenen CT-Scans wurden dann von einem KI-Programm ausgewertet, das die Buchstaben auf den verkohlten Schichten erkennt. Die KI wurde von Youssef Nader, Luke Farritor und Julian Schilliger entwickelt, die dafür den Hauptpreis des Vesuvius Challenge gewannen – eine von Silicon-Valley-Größen ausgelobte Millionendollar-Prämie.

Das Ergebnis: Fast 1,5 Meter Text wurden virtuell „entrollt“ und lesbar gemacht. Darunter finden sich Passagen aus einem Werk namens „Über die Götter, Buch 8“ des griechischen Philosophen Philodemus sowie Gedanken eines unbekannten stoischen Denkers. Die Texte behandeln Begriffe wie „horme“ (Impuls) und „phronesis“ (praktische Weisheit) – letztere gilt als eine der höchsten Tugenden. Ein Satz lautet: „Wir werden etwas erforschen, aber wir werden es nicht erfassen, wenn wir uns von uns selbst und unserer eigenen Natur entfernen.“

Die Schriftrollen stammen aus dem 2. oder 3. Jahrhundert v. Chr. und sind damit einige der ältesten der Sammlung. Bisher waren nur vereinzelte Buchstaben sichtbar, die Forscherin Federica Nicolardi spricht von einem „transformationalen Wandel“. Die Methode könnte nun die gesamte Bibliothek von Herculaneum erschließen – und damit einen einzigartigen Einblick in das geistige Leben der Antike geben.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: 800 verkohlte Schriftrollen aus Pompeji – jahrzehntelang unlesbar. Jetzt hat eine KI sie geknackt. Unglaublich."

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