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Kolibris treiben Evolution von Bromelien voran

Mit Kolibri-Bestäubung entstehen doppelt so viele neue Bromelien-Arten

Beat: Gesellschaft & Bildung · Fachquelle

Bromelien sind eine bemerkenswerte Pflanzenfamilie. Zu ihr gehören nicht nur die Ananas, sondern auch Luftpflanzen, die auf Ästen wachsen, und die zwölf Meter hohe „Königin der Anden“. Viele Bromelien bilden kleine Wasserbecken in ihren Blättern, in denen Frösche, Insekten und sogar winzige Krebse leben – ganze Ökosysteme hoch oben im Regenwald.

Die Vorfahren aller heutigen Bromelien existierten erst vor etwa 20 Millionen Jahren. Seitdem haben sie sich in rund 3.800 Arten aufgespalten. Zum Vergleich: Hydrozoen, eine Gruppe von Quallen-ähnlichen Tieren, brauchten für eine ähnliche Artenzahl mehr als 500 Millionen Jahre. Wie diese rasante Artenvielfalt entstanden ist, war lange ein Rätsel.

Eine neue Studie von Forschern der Universität von Kalifornien in Berkeley liefert nun eine überraschende Antwort: Kolibris spielten eine entscheidende Rolle. Die Wissenschaftler werteten Bestäubungsdaten von über 400 Bromelien-Arten aus und rekonstruierten, wie sich die Bestäuber im Laufe der Evolution veränderten. Die frühesten Bromelien wurden von Bienen bestäubt. Im Laufe der Zeit wechselten viele Arten jedoch zu Kolibris, aber auch zu Fledermäusen oder Schmetterlingen.

Besonders auffällig war ein Muster: Bromelien, die von Kolibris bestäubt werden, spalten sich fast doppelt so schnell in neue Arten auf. Der Grund könnte sein, dass Kolibris Pollen über größere Distanzen transportieren als Insekten und so den genetischen Austausch zwischen Populationen verändern. Zudem bevorzugen Kolibris andere Blütenfarben und -formen – lange, rote, röhrenförmige Blüten mit viel Nektar. Diese Unterschiede verstärken sich über Jahrtausende, besonders in den bergigen Regionen, in denen viele Kolibris leben.

Die Studie zeigt auch, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Etwa ein Viertel aller Bromelien-Arten hat in den letzten Millionen Jahren den Bestäuber gewechselt. Allerdings sind sowohl Bromelien als auch Kolibris durch Lebensraumverlust und Klimawandel bedroht. Bis zu 81 Prozent der Bromelien könnten gefährdet sein. Die Erkenntnis unterstreicht, wie wichtig es ist, nicht nur einzelne Arten, sondern auch die Wechselwirkungen zwischen ihnen zu schützen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Kolibris lassen Bromelien doppelt so schnell neue Arten bilden – die Evolution im Zeitraffer!"

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