Kongo gibt indigenen Gemeinden Wald zurück
Über eine Million Hektar Wald in Tshopo erhalten rechtlichen Schutz für lokale Bauern und Jäger

In der Provinz Tshopo, im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, haben indigene Gemeinschaften einen bedeutenden Sieg errungen. Die Provinzregierung hat im Mai 31 sogenannte Community Forestry Land Titles (CFLCs) an lokale Bauern vergeben. Das sind offizielle Landtitel, die den Gemeinden das Recht geben, ihren angestammten Wald rechtlich zu verwalten. Insgesamt umfassen diese neuen Titel über eine Million Hektar Wald – eine Fläche, die etwa der Größe von Jamaika entspricht.
Die Bantu- und indigenen Mbuti-Gemeinschaften leben seit Generationen in dieser Region, doch sie hatten nie offizielle Besitzrechte. Das bedeutete, dass Unternehmen und Entwicklungsprojekte ohne ihre Zustimmung in ihren Wäldern Holz schlagen, Kohle produzieren oder nach Mineralien graben konnten. Laut der Entwaldungsplattform Global Forest Watch hat Tshopo zwischen 2002 und 2025 rund 46 Prozent seiner gesamten Baumdecke verloren – vor allem durch Holzeinschlag, Holzkohleproduktion und Bergbau. Diese Aktivitäten zerstören nicht nur den Lebensraum der Tiere, sondern auch die Lebensgrundlage der Menschen, die vom Wald abhängen.
Die neuen Landtitel ändern das grundlegend. Sie beinhalten nicht nur das Eigentumsrecht, sondern auch verpflichtende Umweltmanagementpläne. Jede wirtschaftliche Nutzung des Waldes – ob durch Holzfäller, Bergbaukonzerne oder Landwirtschaftsprojekte – erfordert künftig die freie und informierte Zustimmung der Gemeinden. „Extreme Armut breitet sich unter indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften aus, für die der Wald mehr ein Lebensraum als eine Quelle lebenswichtiger Güter und Dienstleistungen ist“, erklärt Alphonse Maindo, Direktor der Umwelt-NGO Tropenbos DRC, die den Gemeinden bei der Beantragung der Titel geholfen hat.
Die jetzt vergebenen Titel sind Teil einer größeren Bewegung. Zusammen mit anderen Gemeindewaldgebieten sind in der Demokratischen Republik Kongo nun fast 6,3 Millionen Hektar Wald gesichert – eine Fläche, die ungefähr so groß ist wie der gesamte Staat Togo. Einige lokale Bewohner planen bereits, mit der Imkerei und dem Anbau von Kakao zu beginnen – nachhaltige Einkommensquellen, die den Wald intakt lassen. Dieser Erfolg zeigt, dass rechtliche Anerkennung und lokale Selbstverwaltung wirksame Werkzeuge im Kampf gegen Entwaldung und Armut sein können.
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