Kupfer-Verbindung repariert Gehirn-Reinigung bei Alzheimer
Cu(ATSM) steigert Pumpproteine um 24% und senkt toxische Ablagerungen um 42% im Mausmodell.

Die meisten Alzheimer-Forschungen zielen direkt auf die giftigen Eiweißablagerungen im Gehirn ab. Ein Team der Monash University in Australien hat einen anderen Ansatz gewählt: Es fragte sich, ob man nicht das körpereigene Reinigungssystem des Gehirns reparieren könnte. Das Gehirn besitzt an der Blut-Hirn-Schranke winzige Pumpen, sogenannte P-Glykoproteine (kurz P-gp), die Abfallstoffe wie das Alzheimer-Protein Amyloid-Beta aktiv in den Blutkreislauf befördern. Bei Alzheimer-Patienten werden diese Pumpen mit der Zeit schwächer, die Proteine sammeln sich an und schädigen die Nervenzellen.
Die Forscher behandelten Mäuse mit einer Alzheimer-ähnlichen Erkrankung 56 Tage lang mit der Kupfer-Verbindung Cu(ATSM). Das Ergebnis: Die Anzahl der P-gp-Pumpen stieg um 24,1 Prozent, die Konzentration des giftigen Amyloid-Beta sank um 42 Prozent, und die räumliche Lernfähigkeit der Mäuse verbesserte sich um fast 44 Prozent. „Indem wir die Pumpen verbessern, kann das Gehirn endlich den eingeschlossenen Abfall beseitigen“, sagte Studienleiter Dr. Jae Pyun, der diese Arbeit als Abschluss seiner Doktorarbeit durchführte.
Ein entscheidender Vorteil von Cu(ATSM) gegenüber vielen anderen vielversprechenden Laborergebnissen: Die Verbindung wurde bereits in klinischen Studien an Menschen mit Parkinson und ALS getestet. Ein Großteil der Sicherheitsprüfungen ist damit schon absolviert. „Weil die Reduzierung von Amyloid-Beta nachweislich die kognitiven Fähigkeiten verbessert, unterstützen diese Ergebnisse die Idee, Cu(ATSM) bei frühen Alzheimer-Stadien zu testen“, erklärte Seniorautor Professor Joseph Nicolazzo.
Noch ist unklar, auf welchem genauen Weg die Proteine das Gehirn verlassen, sobald die Pumpen wieder arbeiten. Die Forscher vermuten, dass Cu(ATSM) auch Mikrogliazellen aktiviert – die körpereigenen Immunzellen des Gehirns –, die die Plaques von innen abbauen. Weitere Studien sollen die genauen Reinigungswege aufklären. Alzheimer ist in Australien inzwischen die häufigste Todesursache und zählt auch weltweit zu den führenden Todesursachen. Jahrzehntelang versuchte die Forschung, Plaques zu entfernen, nachdem sie sich gebildet hatten. Diese Studie zeigt einen Weg, das Problem an der Wurzel zu packen: das System zu reparieren, das die Ablagerungen verhindern soll.
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„Stell dir vor, das Gehirn hat eigene Müllabfuhren – und bei Alzheimer gehen sie kaputt. Australische Forscher haben sie repariert."
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