Magnetfelder erklären, wie Doppelsterne entstehen
Simulationen zeigen: Magnetfelder bremsen junge Sterne und lassen sie zu Paaren verschmelzen.

Sterne entstehen in riesigen Wolken aus Gas und Staub. Wenn Teile dieser Wolken unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabieren, bilden sich dichte Kerne – die Keimzellen neuer Sterne. Oft entstehen dabei nicht einzelne Sterne, sondern Paare: sogenannte Doppelsternsysteme. Beobachtungen zeigen, dass viele dieser Systeme bereits sehr früh entstehen, noch bevor die Sterne selbst vollständig ausgebildet sind. Doch wie zwei wachsende Protosterne so schnell nahe genug zusammenkommen können, um ein gebundenes Paar zu bilden, war lange ein Rätsel.
Forscher des National Institute of Natural Sciences in Japan haben dieses Rätsel nun mit Hilfe von Supercomputern gelöst. Sie simulierten die Entstehung von Doppelsternen mit und ohne Berücksichtigung von Magnetfeldern. Das Ergebnis: Magnetfelder, die das umgebende Gas durchziehen, wirken wie eine kosmische Bremse. Sie entziehen dem System Drehimpuls – also die Rotationsenergie – und lassen die beiden Protosterne spiralförmig aufeinander zusteuern. Ohne Magnetfelder entfernten sich die Sterne dagegen voneinander.
Die Entdeckung ist nicht nur für die Sternentstehung wichtig. Die Forscher vermuten, dass ein ähnlicher Mechanismus auch bei viel größeren Objekten wirkt: bei Doppel-Schwarzen-Löchern. Wenn Galaxien kollidieren, können sich die supermassiven Schwarzen Löcher in ihren Zentren zu Paaren zusammenfinden. Auch hier könnten Magnetfelder im umgebenden Gas den Drehimpuls abbauen und die Verschmelzung einleiten – ein Prozess, der zur Entstehung der größten Schwarzen Löcher im Universum führt.
Die Simulationen wurden auf den japanischen Supercomputern ATERUI II und ATERUI III durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht. Direkte Simulationen der Entwicklung massereicher Doppel-Schwarzer-Löcher sind aufgrund der enormen Zeitskalen noch nicht möglich – die Forscher betonen, dass weitere Studien nötig sind, um die Rolle der Magnetfelder bei diesen extremen Objekten vollständig zu verstehen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Hast du dich auch schon gefragt, wie Doppelsterne so schnell zusammenfinden? Magnetfelder sind der Schlüssel – und vielleicht auch für Schwarze Löcher."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus wissenschaft
KI-Impfstoff gegen Coronaviren besteht ersten Test am Menschen
Ein von KI entwickelter Impfstoff wirkt gegen mehrere Coronaviren gleichzeitig – und schützt sogar vor noch unbekannten Varianten.
Über 1.000 unbekannte Korallenriffe vor Australien entdeckt
Satellitenbild-Überlagerung enthüllt tausende Riffe in trüben Gewässern Nordaustraliens
KI warnt Badegäste an der Ostsee vor gefährlichen Vibrionen
Frühwarnsystem sagt Bakterien bis zu fünf Wochen im Voraus voraus – basierend auf 1.500 Wasserproben