Mehrheit will bessere Tierhaltung – System hinkt hinterher
Umfragen zeigen: Über 80% lehnen gängige Tierquälerei ab – doch die Industrie ändert sich kaum.

In einer oft polarisierten Welt gibt es ein Thema, bei dem sich fast alle einig sind: die Behandlung von Nutztieren. Umfragen in Großbritannien und den USA zeigen, dass eine große Mehrheit der Menschen – egal ob sie Fleisch essen oder nicht – gängige Praktiken in der Tierhaltung ablehnt. Weniger als 13 Prozent der befragten Briten fanden Methoden wie das Kastrieren neugeborener Kälber oder das Kürzen der Schwänze von Ferkeln akzeptabel. In den USA bewerteten höchstens 20 Prozent der Befragten jede dieser Praktiken als akzeptabel – und das quer durch alle Altersgruppen, Geschlechter, Einkommensklassen und politischen Lager.
Doch die Realität in der Landwirtschaft sieht anders aus. Weltweit werden die meisten Nutztiere in Massentierhaltung gehalten – in Großbritannien sind es rund 85 Prozent, in den USA sogar 99 Prozent. Männliche Küken aus der Eierindustrie werden fast ausnahmslos getötet, auch in Freilandhaltung. Die Industrie setzt auf Effizienz und Profit, oft auf Kosten des Tierwohls. Die Kluft zwischen dem, was Menschen wollen – Fleisch ohne Leid – und dem, was das System liefert, ist riesig.
Trotz dieser breiten Ablehnung bleibt der Fleischkonsum hoch. In Großbritannien essen immer noch rund 90 Prozent der Erwachsenen Fleisch oder Fisch, und die Zahl der geschlachteten Tiere ist in den letzten zehn Jahren um etwa 20 Prozent gestiegen. Das liegt auch daran, dass tierische Produkte billig und bequem sind, während die wahren Kosten – das Leid der Tiere – unsichtbar bleiben. Die Umfragen zeigen jedoch, dass die meisten Menschen nicht gegen ihre eigenen Werte handeln müssten, wenn sie weniger Fleisch essen würden – es wäre im Gegenteil konsequenter.
Um die Lücke zwischen Werten und Wirklichkeit zu schließen, reicht es nicht, nur auf Verhaltensänderungen zu setzen. Nötig sind Innovationen und politische Maßnahmen. Pflanzliche Alternativen, die Fleisch geschmacklich und optisch immer ähnlicher werden, sind bereits auf dem Markt. Bald könnte auch kultiviertes Fleisch – im Labor gezüchtet, ohne Tiere zu töten – hinzukommen. Sobald diese Produkte preislich mit konventionellem Fleisch konkurrieren können, sind Verbraucher laut Umfragen bereit, umzusteigen. Bis dahin kann die Politik die schlimmsten Praktiken verbieten – so wie es die Mehrheit der Menschen fordert.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Über 80% lehnen Tierquälerei ab, aber die Industrie ändert sich kaum. Krass, oder?"
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus tiere
Asiatische Wildesel kehren nach 65 Jahren in die Ostmongolei zurück
Durch das Entfernen von Zäunen entlang der Transmongolischen Eisenbahn wird die Wiederbesiedlung ermöglicht.
Thunfischbestände erholen sich weltweit
Quoten und Kontrollen lassen Atlantischen Blauflossen-Thunfisch zurückkehren
KI für die Baumkronen: TropiCam-AI erfasst bedrohte Arten
Neues Modell schließt Lücke bei der Überwachung von baumbewohnenden Tieren in tropischen Wäldern