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Nach Jahrzehnten Dürre steigt das Wasser wieder in der Sahelzone

Grundwasser in der Sahelzone stieg vielerorts um rund vier Meter – Bäuerinnen bewässern wieder deutlich mehr Land.

Über Jahrzehnte war die Sahelzone, ein rund 500 Meilen breiter Landstreifen südlich der Sahara-Wüste von Senegal bis Äthiopien, ein Sinnbild für Dürre und Hunger: Zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren starben dort bis zu einer Million Menschen, weil der Westafrikanische Monsun – der feuchte Wind, der zwischen Juni und September Regen in die Region bringt – Jahr für Jahr ausblieb oder zu schwach war. Jetzt kehrt sich der Trend um: Seit den 1990er-Jahren, verstärkt in den vergangenen fünf Jahren, fallen in weiten Teilen der Sahelzone wieder deutlich mehr Niederschläge. Das Grundwasser steigt dadurch spürbar – Fachleute wie der Hydrogeologe Richard Taylor vom University College London sprechen von einer wachsenden unterirdischen Wasserspeicherung „von Äthiopien bis Senegal". In Teilen Nigers sind die Grundwasserspiegel um rund vier Meter gestiegen, was einer Zunahme der Grundwasserreserven um etwa 15 Prozent entspricht. Auch der Tschadsee, einst einer der größten Seen Afrikas, der während der Dürrejahre stark geschrumpft war, erholt sich wieder.

Für die Landwirtschaft ist das ein Wendepunkt: Die Landwirtin Achta aus dem Tschad kann heute viermal so viel Fläche bewässern wie zuvor und hat ihre Zwiebelernte verdoppelt – laut Weltbank steht ihre Geschichte stellvertretend für eine "breitere Transformation" im gesamten Tschadsee-Becken. Mit Unterstützung von Programmen wie dem Weltbank-Regionalprogramm PROLAC bauen Bäuerinnen und Bauern in Tschad, Niger und Kamerun kleine Bewässerungssysteme rund um wiederkehrende Oasen auf. Parallel dazu haben Landwirte im Süden Nigers durch die gezielte Pflege natürlich nachwachsender Triebe rund 200 Millionen Bäume auf früher baumlosen Feldern großgezogen – ein Projekt, das auch mit der international finanzierten "Großen Grünen Mauer" zusammenhängt. Auch die Tierwelt profitiert: Im Naturreservat Ouadi Rimé-Ouadi Achim im Tschad kehren Erdferkel, Stachelschweine und Füchse zurück, und die Säbelantilope, eine einst in freier Wildbahn ausgestorbene Antilopenart, zählt inzwischen wieder mehr als 600 Tiere. Auch Westafrikanische Giraffen weiden wieder in Gebieten, aus denen sie einst verschwunden waren.

Warum der Regen zurückkehrt, erklärt eine Untersuchung des Weltklimarats IPCC von 2021: Die Erwärmung des Nordatlantiks – verursacht durch die globale Erhitzung und den Rückgang von Sulfat-Aerosolen, winzigen Schwefel-Partikeln aus der Kohleverbrennung, die früher wie ein kühlender Dunst über dem Ozean lagen – zieht den Monsun wieder weiter nach Norden in die Sahelzone. Die Kehrseite: Die Regenfälle kommen inzwischen oft als extreme Starkregen-Ereignisse, sogenannte mesoskalige konvektive Systeme, die sich seit den 1980er-Jahren dreimal so häufig bilden wie zuvor. Solche Unwetter überschwemmten im Regenmonsun 2024 etwa Nigers Hauptstadt Niamey und zerstörten mehr als 150.000 Lehmziegelhäuser – Niger, eines der zehn ärmsten Länder der Welt, verzeichnet inzwischen mehr Tote durch Fluten als durch Dürren. Gerade weil das Wasser auf den ausgetrockneten, verdichteten Böden zunächst nicht versickert, sondern in Flüsse und ausgetrocknete Flussbetten abfließt, gelangt es besonders schnell in die unterirdischen Grundwasserspeicher – was Forschende als Haupttreiber der schnell steigenden Wasserspiegel sehen. Satellitendaten der NASA-Mission GRACE, die Veränderungen der Erdmasse über minimale Schwankungen der Erdanziehungskraft misst, bestätigen unabhängig, dass die Wasserspeicherung in der Sahelzone in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Für die mehr als 150 Millionen Menschen der Region bedeutet die Entwicklung vorsichtige Hoffnung auf das, was manche Forschende bereits eine neue "feuchte Ära" nennen – auch wenn unklar bleibt, wie stabil dieser Wandel langfristig ist.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Nach Jahrzehnten Dürre steigt das Grundwasser in der Sahelzone wieder – eine Landwirtin im Tschad bewässert jetzt viermal so viel Land wie früher."

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