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gesundheit Vereinigte Staaten · US

Gelähmter Mann bewegt dank Hirn-Implantat wieder Arm und Hand

Elektroden im Gehirn leiten Bewegungsbefehle an Arm und Hand weiter – er kann wieder greifen und fühlen.

Keith Thomas aus Massapequa im US-Bundesstaat New York sprang im Sommer 2020 in einen Pool – und brach sich dabei das Genick. Seitdem war er vom Brustkorb abwärts gelähmt, die Verbindung zwischen seinem Gehirn und seinen Armen und Händen unterbrochen.

Drei Monate nach dem Unfall meldete sich das Feinstein Institute for Medical Research bei ihm: ob er an einer dreijährigen klinischen Studie zu einem sogenannten doppelten neuronalen Bypass teilnehmen wolle. Dabei werden Elektroden in das Gehirn implantiert, die erkennen, wenn Thomas seine Arme bewegen möchte. Ein Computer leitet dieses Signal direkt an Arm und Hand weiter und ersetzt so die durchtrennte Nervenverbindung. Der zweite Teil des „doppelten" Bypasses sitzt in den Fingerspitzen: Sensoren dort erfassen, was die Hand gerade berührt, und melden diese Information zurück ans Gehirn.

Nach 35 Wochen Training mit dem System hat sich in Thomas' zuvor verkümmerten Armen sichtbar etwas verändert. Die Kraft im rechten Arm stieg um 86 Prozent, im linken um 62 Prozent, auch der Bewegungsspielraum nahm zu. Konnte er anfangs die Hand nicht über seinen Nacken heben, kann er sich heute die Nase kratzen und den Mund abwischen. Er kann seinen Hund streicheln und die Hände seiner Schwester spüren – und unterscheiden, ob er einen Ball, eine Kaffeetasse oder ein Ei in der Hand hält, um den Griff entsprechend anzupassen.

Besonders bemerkenswert: Ein Teil dieser Fähigkeiten bleibt auch bestehen, wenn der Computer abgeschaltet ist. Das deutet darauf hin, dass die wiederholte elektrische Stimulation dabei hilft, geschädigte Nervenbahnen im Körper selbst neu zu organisieren – ein Effekt, der über die reine Technik hinausgeht.

„Für mich ist das ein unglaublicher Moment", sagte Professor Chad Bouton, der das Forschungsteam am Feinstein Institute leitet. Sein Team arbeite seit Jahren daran, Bewegung und Tastsinn gemeinsam wiederherzustellen und dauerhafte Effekte zu erzielen. Bouton geht davon aus, dass die Technologie künftig vielen Menschen mit Lähmungen weltweit helfen könnte.

Wie weit sich Thomas' Fähigkeiten noch verbessern lassen, ist offen – nach weiteren 35 Trainingswochen könnte er noch mehr zurückgewinnen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht und damit von unabhängigen Experten geprüft.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Ein Mann war querschnittsgelähmt – jetzt kann er dank eines Computer-Implantats im Gehirn wieder seinen Hund streicheln und spüren, was er in der Hand hält."

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