Naturreservat am Tianmu-Berg in China wird zwölfmal so groß
Das Qingliangfeng-Reservat wuchs 2025 von 4.300 auf 54.700 Hektar und schützt seltene Arten wie das Chinesische Schuppentier.
Am Tianmu-Berg im Osten Chinas hüten buddhistische, daoistische und konfuzianische Tempel seit Jahrhunderten Wälder, in denen nach altem Glauben jeder Baum, jede Blume und jeder Vogel einen eigenen Geist trägt. Wer hier Bäume fällte, musste mit Strafen der Tempelgemeinschaft rechnen, lange bevor es ein staatliches Naturschutzgesetz gab.
Von China hört man meist Berichte über Kohlekraftwerke und Industrie, selten über Naturschutzgebiete, die auf einen Schlag zwölfmal größer werden. Genau das ist hier passiert: 2025 wuchs das Qingliangfeng-Reservat von 4.300 auf 54.700 Hektar, eine Fläche, die etwas kleiner ist als München und Frankfurt zusammen.
Die erweiterte Fläche trägt jetzt den Namen Tianmushan-Qingliangfeng UNESCO-Biosphärenreservat, die erste Erweiterung dieser Art in China. Das Gebiet trägt den Beinamen Königreich der großen Bäume und beherbergt den Tianmu-Eisenholzbaum, einen der seltensten Bäume der Welt, dazu uralte Ginkgobäume sowie bedrohte Tiere wie das Chinesische Schuppentier und den Schwarzen Muntjak, einen kleinen Hirsch.
"Dieser Ort ist etwas Besonderes, das liegt nicht allein an der Natur", sagt Lu Senhong von der Tianmu-Naturreservatsverwaltung. "Die Menschen hier glauben seit Langem, dass jeder Baum, jede Blume und jeder Vogel einen Geist trägt. Dieser Respekt hat den Berg am Leben gehalten."
Zum ersten Mal bekommt dieser alte, religiös getragene Schutz jetzt ein staatliches Gesetz an die Seite gestellt, das für das gesamte, zwölfmal größere Gebiet gilt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Ein Tempelglaube schützt hier seit Jahrhunderten jeden Baum"
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