Nebraska stoppt Datenzentren – Bürger fordern Regeln
Otoe County verhängt Moratorium, weil Rechenzentren zu viel Wasser und Strom brauchen

In Otoe County, einer ländlichen Region südlich von Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, haben Bürgerinnen und Bürger einen überraschenden Erfolg erzielt: Sie haben ihre Lokalregierung dazu gebracht, den Bau neuer Datenzentren vorerst zu stoppen. Datenzentren sind riesige Hallen voller Computer, die das Internet, Streaming-Dienste und vor allem Künstliche Intelligenz am Laufen halten. Das Problem: Sie brauchen Unmengen an Strom und Wasser – und das in einer Gegend, die beides nicht im Überfluss hat.
Auslöser war die Nachricht, dass Google ein neues, massives Datenzentrum in der Region plant. Laut Unterlagen, die bei einem privaten Treffen eines Energieversorgers im Januar geteilt wurden, könnte dieses eine Rechenzentrum mehr als dreimal so viel Strom benötigen wie die gesamte Stadt Lincoln während der heißesten Monate des Jahres. Hinzu kommt der enorme Wasserverbrauch für die Kühlung der Server. Anwohnerin Wynee Benedict brachte die Sorgen vieler auf den Punkt: „Haben wir genug Wasser für sie? Wer bezahlt ihren Strom? Was ist mit dem Hitzeeffekt?“
Der Otoe County Board reagierte und verhängte einen einjährigen Baustopp für neue Datenzentren. In dieser Zeit sollen die Behörden die Auswirkungen untersuchen und eigene Regeln erlassen. „Wir brauchten Vorschriften, bevor ein Datenzentrum hierherkommt“, sagte Benedict. „Wir wollen nicht hinterherrennen und etwas regulieren, das schon da ist.“ Auch andere Countys in Nebraska ziehen nach: Madison County verlangt nun eine Sondergenehmigung für Datenzentren, Gage County plant eine Anhörung zu einem eigenen Moratorium.
Hintergrund ist eine Gesetzesänderung in Nebraska, die Countys zwingt, innerhalb einer bestimmten Frist über Bauprojekte zu entscheiden. Um nicht überrumpelt zu werden, greifen viele Kommunen jetzt zu vorübergehenden Verboten. Jon Cannon, Chef des Verbands der County-Bediensteten, rechnet damit, dass noch mehr Countys folgen werden. „Wenn die Leute auf dem Nachbarsweg erfahren, dass ein Großprojekt kommt, sind sie nicht begeistert – und das im negativen Sinne“, sagt er.
Ein neues Gesetz in Nebraska soll künftig für mehr Transparenz sorgen: Datenzentren müssen jährlich ihre Besitzer, Größe, Strom- und Wasserverbrauch sowie erhaltene Steuervergünstigungen offenlegen. Bislang gab es keine zentrale Informationsquelle. Der Fall zeigt, wie lokale Demokratie funktionieren kann: Bürger organisieren sich, stellen Fragen und erzwingen Regeln, bevor die Industrie Fakten schafft.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„In Nebraska stoppt ein County neue Datenzentren, weil sie zu viel Strom und Wasser brauchen. Sollten wir das auch machen?"
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