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Orcas kehren nach Jahrzehnten an die Nordseeküste zurück

Bis zu 30 Schwertwale wurden vor Northumberland gesichtet – ein Zeichen für reichere Fischbestände.

Vor der Küste Northumberlands im Nordosten Englands hat sich in diesem Frühjahr ein ungewöhnliches Schauspiel ereignet: Gleich mehrere Gruppen von Orcas, auch Schwertwale genannt, wurden gesichtet – darunter eine Ansammlung von bis zu 30 Tieren. Das ist die größte Gruppe, die jemals vor dieser Küste dokumentiert wurde. Orcas sind die größten Vertreter der Delfinfamilie und leben in komplexen sozialen Verbänden, sogenannten Pods. Sie können bis zu zehn Meter lang und sechs Tonnen schwer werden.

Martin Kitching, Koordinator des North East Cetacean Project, erklärte gegenüber der BBC, dass er mit allen Bootsführern der Region gesprochen habe – niemand könne sich an frühere Sichtungen erinnern. „Jetzt, ganz plötzlich, sind die Sichtungen – zumindest in Northumberland – definitiv gestiegen“, sagte er. Die Wale wurden nicht nur von Forschern, sondern auch von Touristen auf Bootstouren gesichtet. Ein Besatzungsmitglied namens Jake Tiffin filmte, wie ein Orca aus dem Wasser sprang und einen akrobatischen Salto vollführte – ein Moment, der die Gäste auf dem Ausflugsboot sprachlos machte.

Die Rückkehr der Orcas ist vermutlich auf eine Zunahme der Fischbestände zurückzuführen. Die Nordsee leidet seit Jahrzehnten unter Überfischung, doch in einigen Gebieten zeigen Schutzmaßnahmen Wirkung. Die Farne Islands, ein Naturschutzgebiet vor der Küste, beherbergen eine Kolonie von rund 6.000 Seehunden und zahlreichen Seevögeln – eine reichhaltige Nahrungsquelle für die Wale. Dass die Tiere nun wieder regelmäßig auftauchen, werten Experten als Indiz für eine langsame Erholung des marinen Ökosystems.

Weltweit sind Orcas als Art nicht gefährdet, doch einzelne lokale Populationen sind stark bedroht. Die sogenannte West Coast Community in der Nordsee, eine genetisch einzigartige Gruppe vor der schottischen Küste, leidet unter Umweltgiften und Nahrungsknappheit. Die neuen Sichtungen vor Northumberland könnten bedeuten, dass sich auch diese Bestände allmählich erholen – oder dass die Tiere neue Jagdgründe erschließen. Für die Küstenbewohner und Touristen ist es jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis, die mächtigen Tiere wieder in ihrer Heimat zu sehen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: 30 Orcas vor England – ein Zeichen, dass die Natur sich wehrt!"

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