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Schiffswrack mit intaktem Porzellan in Norwegen entdeckt

Ein privater Schatzsucher fand 300 Jahre alte chinesische Keramik in 600 Metern Tiefe – ein Fenster in die Handelsgeschichte.

Ein privater Bürger in Norwegen, der sich leidenschaftlich für Unterwassererkundung interessiert, hat in den heimischen Gewässern einen erstaunlichen Fund gemacht: ein Schiffswrack mit einer Ladung intakter chinesischer Porzellanwaren. Espen Saastad, von Beruf Uhrmacher, betreibt nebenbei eine kleine Unterwasser-Vermessungsfirma. Bei einer Routinemission in der Skagerrak-Straße, die Norwegen von Schweden trennt, entdeckte sein ferngesteuertes Fahrzeug (ROV) das Wrack.

Das Video, das die glitzernden blau-weißen Porzellanteller zeigt, die aus dem Meeresboden ragen, ist atemberaubend. Saastad informierte die norwegische Direktion für Kulturerbe und erklärte seinen Fund. Später barg eine gemeinsame Expedition mit einem weiteren ROV, das mit einem Saugnapf ausgestattet war, rund 40 Artefakte vom Meeresgrund.

„Ich musste mir die Augen reiben, als ich das Ausmaß dieses Fundes begriff“, sagt Hanna Geiran, Generaldirektorin der norwegischen Direktion für Kulturerbe, in einer Erklärung. „Es ist fast nicht zu glauben.“ Das Wrack wurde im letzten Herbst entdeckt und ist nun Gegenstand einer neuen Museumsausstellung im Norwegischen Schifffahrtsmuseum in Oslo.

Das 22 Meter lange Schiff liegt aufrecht in etwa 600 Metern Tiefe und ist seit fast 300 Jahren dort, nachdem es relativ schnell gesunken war. Die Ladung besteht aus zwei Porzellan-Stilen: Batavia-Stil mit blauen Verzierungen und Dehua-Stil, der fast immer reinweiß ist und in Europa als „Blanc de Chine“ geschätzt wurde. Die Brennöfen für Dehua-Keramik in der gleichnamigen Stadt an der chinesischen Südküste sind als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet.

Die Kisten, in denen das Porzellan transportiert wurde, waren mit Reisstroh gepolstert – ein Hinweis auf den Ursprung aus Fernost. Experten bezweifeln jedoch, dass das Schiff die gesamte Strecke zurückgelegt hat. Stattdessen nahm es die Ware vermutlich bei einem Zwischenhändler an Bord. Neben Porzellan enthielt die Fracht auch geblasenes und gestieltes Glas in Form von Tellern bis hin zu Kronleuchtern, Fässer mit Getreide und Behälter mit biologischen Substanzen, die im Laufe der Zeit zerfallen sind – möglicherweise Kaffee, Medizin, Kakao oder Tee.

Die gesammelten Hinweise deuten darauf hin, dass das Schiff um 1750 sank – eine Zeit tiefgreifender politischer, wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen in Nordeuropa. Der Handel mit Rohstoffen und Luxusgütern, der zuvor in getrennten Märkten stattfand, entwickelte sich zu einem vernetzten maritimen Handelssystem. Gleichzeitig trieben der Aufstieg der Mittelschicht und das Wachstum des internationalen Handels eine rasche Ausweitung von Handel und Schifffahrt voran.

Unter den Trümmern fand sich ein Hinweis auf die Herkunft oder die Handelsroute des Schiffs: ein Ziegelstein, der in der norddeutschen Stadt Lübeck gebrannt worden war. Der Ziegelstein war Teil der Kombüse – der Schiffsküche. Allerdings könnte eine Kombüse während der Lebensdauer eines Schiffs repariert oder ersetzt worden sein, sodass er nicht zwingend auf ein deutsches Schiff hinweist. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, und ein Großteil der Ladung liegt noch immer auf dem Meeresboden.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor, du findest ein 300 Jahre altes Schiff mit Porzellan – völlig intakt. Genau das ist einem Uhrmacher in Norwegen passiert."

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