Italien vereint historische Pilgerwege für sanften Tourismus
EU-finanziertes Projekt bündelt fünf Routen mit digitaler Infrastruktur

Italien reagiert auf die Überlastung seiner touristischen Hotspots mit einem ambitionierten Projekt: Unter dem Namen "Antichi Cammini d'Italia" wurden fünf historische Pilgerwege erstmals zu einem zusammenhängenden Netzwerk vereint. Die Routen – Via Francigena, Via St. Francis, Cammino St. Benedict, Via Romea Germanica und Romea Strata – erstrecken sich über Tausende Kilometer und führen durch Regionen, die bisher abseits des Massentourismus lagen.
Das von der EU finanzierte Projekt ist Teil der "Cultural Routes of the Council of Europe" und setzt auf eine Kombination aus traditionellem Pilgererlebnis und moderner Technologie. Entlang der Strecken wurden 60 intelligente Leitsysteme installiert, die Wanderern kostenloses WLAN und Bluetooth-Beacon-Technologie bieten. Über die App Italia.it erhalten Besucher in Echtzeit Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Karten und multimediale Inhalte in mehreren Sprachen.
Parallel dazu wurden über 1.000 Informationsblätter zu Kirchen, Denkmälern, Naturgebieten und Plätzen erstellt. Mehr als 40 Prozent dieser Orte sind bisher kaum in internationalen Tourismuskreisen vertreten – ein gezielter Schritt, um die Besucherströme zu entzerren und wirtschaftliche Impulse in strukturschwache Gebiete zu lenken. Die längste Route, die Romea Strata, erstreckt sich über 4.700 Kilometer durch sieben Länder und verbindet 245 Sehenswürdigkeiten sowie 50 UNESCO-Welterbestätten.
Das Angebot richtet sich an Pilger, Wanderer, Kulturreisende und Familien gleichermaßen. Es fördert eine langsamere, authentischere Form des Reisens, die lokale Gemeinschaften stärkt und ökologische Fußabdrücke reduziert. Für Entscheider in Tourismus und Regionalentwicklung zeigt das Projekt, wie digitale Infrastruktur und kulturelles Erbe synergetisch genutzt werden können – ein Modell, das über Italien hinaus Schule machen könnte.
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So erzählst du es weiter
„Italien vernetzt seine alten Pilgerwege – jetzt kann man auf fünf Routen wandern und entdeckt dabei versteckte Schätze abseits der Touristenströme!"
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