Seltenste Orchidee Australiens wächst wieder in der Wildnis
Nach drei Jahren Laborarbeit haben Forscher und Freiwillige die Rosella-Spinnenorchidee zurück in die Erde gebracht.
Sie zeigt sich nur zwischen August und September, mit genau einer violetten Blüte, und will damit genau eine Bienenart anlocken. Die Rosella-Spinnenorchidee aus Australien ist so selten und so eigenwillig, dass Forscher sie eine cryptic species nennen, eine Pflanze, die sich fast unsichtbar macht: oft nur ein einzelnes Blatt, das wie ein Grashalm aussieht.
Naturschutz für eine einzelne Pflanzenart klingt fern, ist aber kein rein australisches Problem: Auch in Deutschland stehen über 300 Wildpflanzenarten auf der Roten Liste, oft aus denselben Gründen wie bei der Spinnenorchidee, verlorener Lebensraum und ein zu kleiner Bestand, um Rückschläge zu verkraften.
Nur vier Standorte der Orchidee sind bekannt, zusammen kaum größer als ein Vorort von Melbourne. Im Jahr 2000 zählten Forscher gerade einmal 120 wilde Pflanzen, bis 2023 stieg die Zahl auf das Fünffache, ein einziges starkes Buschfeuer könnte die Art trotzdem auslöschen. Die Orchidee braucht zum Keimen einen bestimmten Pilz, den Forscher am Royal Botanic Gardens in Victoria von Hand mit den Samen in Petrischalen zusammenbrachten, drei Jahre dauerte allein diese Vorarbeit.
Im Juli haben Wissenschaftler und Freiwillige mehr als 500 im Labor gezogene Orchideen an einem geschützten Ort in die Erde gesetzt, geschützt durch Käfige vor Fressfeinden. Für das Team um Forscher Alex McLachlan ist das erst der Anfang: Acht weitere bedrohte Pflanzenarten aus derselben Gärtnerei sollen noch in diesem Jahr folgen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„500 im Labor gezogene Orchideen kehren zurück in die Wildnis"
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus klima
Solarstrom überholt Kohle in den USA
Im Mai 2026 lieferte Solarenergie erstmals mehr Strom als Kohle – ein Meilenstein für die Energiewende.
Solarstrom erstmals stärker als Kohle in den USA
Im Mai lieferte Solarenergie 12,8% des US-Stroms, Kohle nur 12,2% – ein historischer Wendepunkt.
Solarstrom wächst weltweit immer schneller
Die dritte Billion Watt Solarleistung kam in nur 19 Monaten dazu, nachdem die erste 68 Jahre brauchte.