Neuer Impfstoff kommt erstmals ohne Kühlkette aus
Ein Pulver aus Wüstenpflanzen-Zucker hält Impfstoffe bei Raumtemperatur stabil, in ersten Tests an 60 Menschen sicher und wirksam.
Ein Impfstoff darf auf dem Weg vom Werk bis zur Spritze nie zu warm werden. Diese Kühlkette ist in reichen Ländern ein Kostenfaktor, in ländlichen Regionen des globalen Südens entscheidet sie oft darüber, ob eine Impfung überhaupt ankommt. Fällt der Strom aus oder ist der nächste Kühlschrank Stunden entfernt, wird die Dosis unbrauchbar. Nach Schätzungen gehen dadurch jedes Jahr Millionen Impfdosen verloren, gerade dort, wo Impfungen über Leben und Tod entscheiden können.
Das britische National Institute for Health and Care Research hat sich für eine Lösung von Wüstenpflanzen inspirieren lassen. Sogenannte Auferstehungspflanzen überleben monatelange Dürre, indem sie fast vollständig austrocknen und bei Regen wieder zum Leben erwachen. Möglich macht das ein Zucker namens Trehalose, der die Zellen der Pflanze in der Trockenzeit stabil hält. Die Forschenden haben genau diesen Zucker genutzt, um einen bereits zugelassenen Tetanus-Diphtherie-Impfstoff von einer Flüssigkeit zu einem Pulver zu trocknen.
In Tests blieb das Pulver ein Jahr lang stabil, auch bei Temperaturen zwischen minus 20 und plus 40 Grad, wie sie zwischen Flugzeugladeraum und Kofferraum auf einer afrikanischen Landstraße vorkommen können. 60 Testpersonen erhielten den Impfstoff, aus Wasser und Pulver frisch angemischt. Er war sicher und wirkte genauso gut wie die gekühlte Originalversion.
Eine größere Studie mit 160 Teilnehmenden soll als nächstes folgen. Danach steht der Weg zur Zulassung offen, für einen Impfstoff, der Kliniken ohne verlässlichen Strom zum ersten Mal erreichen könnte.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„60 Testpersonen zeigen: Impfstoff-Pulver hält ohne Kühlschrank"
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