Südafrika befreit 13.000 Hektar von invasiven Arten
Koordiniertes Vorgehen gegen Kiefern, Eukalyptus und Raubfische zeigt Erfolg

Hintergrund
Invasive Arten verursachen in Afrika jährlich Schäden in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar – in der Landwirtschaft, Fischerei, Viehzucht und im Ökotourismus. Besonders betroffen sind die einzigartigen Ökosysteme der Kapprovinz, wo eingeschleppte Kiefern, Eukalyptus und Akazien die heimische Vegetation verdrängen und die Wasserbilanz stören. Auch in Flüssen setzen Raubfische wie Barsche und Sonnenbarsche einheimischen Arten zu.
Was ist passiert
Ein Bündnis aus Organisationen, koordiniert von der International Union for Conservation of Nature (IUCN), hat zwischen 2017 und 2025 auf 13.000 Acres (rund 5.260 Hektar) invasive Pflanzen und Fische bekämpft. Im Klein-Swartberg-Gebirge wurden durch kontrollierte Brände und manuelle Rodung über 8.500 Acres von eingeschleppten Kiefern befreit. Dadurch erholten sich die Feuchtgebiete, die Lebensraum des stark gefährdeten Rauhmoosfroschs (Arthroleptella rugosa) sind. Nach den Bränden entdeckten Forscher sechs bisher unbekannte Subpopulationen dieser Art.
Im Tokai-Park bei Kapstadt entfernten Teams von Friends of Tokai Park auf zwölf Acres Eukalyptus und Akazien und pflanzten 4.500 einheimische Setzlinge. Der Anteil invasiver Vegetation sank um 22 Prozent, die heimische Flora erholte sich um 28 Prozent. Parallel dazu retteten Wissenschaftler des Freshwater Research Center den stark gefährdeten Clanwilliam-Sandfisch (Labeo seeberi) vor dem Aussterben. Sie entnahmen Tiere aus besonders gefährdeten Flussabschnitten, zogen sie in raubtierfreien Becken auf und setzten sie später wieder aus. Die Zahl der laichenden Fische im Biedouw-Fluss stieg von 78 (2020) auf 180 (2021).
Warum das wichtig ist
Die Projekte zeigen, dass selbst auf kontinentalen Landschaften – anders als auf abgeschotteten Inseln – eine wirksame Bekämpfung invasiver Arten möglich ist, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten. Die Kombination aus mechanischer Entfernung, kontrolliertem Feuer, biologischer Kontrolle und Wiederansiedlung erweist sich als erfolgreicher als isolierte Einzelmaßnahmen. Die Wiederherstellung der Feuchtgebiete und Flussläufe sichert nicht nur das Überleben bedrohter Arten, sondern schützt auch die Wasserversorgung und verringert die Waldbrandgefahr.
Ausblick
Der IUCN-Bericht dient als Blaupause für andere Regionen Afrikas und darüber hinaus. Die Forscher betonen, dass der Erfolg von der Einbindung möglichst vieler Akteure abhängt – von lokalen Gemeinschaften über Naturschutzorganisationen bis hin zu staatlichen Stellen. Die nächsten Schritte umfassen die Ausweitung der Methoden auf weitere Gebiete und die langfristige Überwachung der wiederhergestellten Habitate. Sollte sich der Ansatz flächendeckend durchsetzen, könnten jährlich Milliardenverluste vermieden und einzigartige Ökosysteme dauerhaft gerettet werden.
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