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Traditionszeitung vor dem Aus — Stiftung rettet sie

Eine gemeinnuetzige Stiftung kaufte die fast insolvente 240 Jahre alte 'Pittsburgh Post-Gazette' und sichert so ihren Fortbestand.

Lokale Zeitungen sind fuer eine Gemeinschaft oft das einzige unabhaengige Auge, das dem Rathaus, dem Gericht oder dem oertlichen Konzern auf die Finger schaut. Doch genau diese Zeitungen geraten seit Jahren unter Druck: Ihr klassisches Geschaeftsmodell aus Anzeigen und Abos traegt kaum noch, und viele Titel verschwinden ganz — es entstehen sogenannte Nachrichtenwuesten, Regionen ohne eigene Berichterstattung.

Genau diesen Weg schien auch die Pittsburgh Post-Gazette zu nehmen, eine der aeltesten Zeitungen der Vereinigten Staaten, deren erste Ausgabe vor 240 Jahren gedruckt wurde. Sie war hemorrhaging money, wie es im Original heisst — sie blutete finanziell aus: Ueber zwei Jahrzehnte hinweg hatte das Blatt rund 350 Millionen Dollar Verlust gemacht und stand kurz davor, Insolvenz anzumelden und zu verschwinden.

Dann kam die Rettung von unerwarteter Seite. Am 4. Mai wurde die Zeitung an das Venetoulis Institute for Local Journalism verkauft — eine gemeinnuetzige Stiftung, die eigens gegruendet wurde, um Amerikas Lokalzeitungen zu schuetzen. Es ist bereits die zweite Zeitung, die das Institut uebernimmt; 2022 hatte es den Baltimore Banner gekauft.

"Lokaljournalismus ist unverzichtbar fuer eine starke Gemeinschaft, aber im ganzen Land steht das Geschaeftsmodell unter schwerem Druck", sagte Stewart Bainum Jr., der Stifter hinter dem Institut. "Wir glauben, dass es einen Weg nach vorn gibt."

Der entscheidende Unterschied liegt in der Rechtsform: Eine gemeinnuetzige Traegerschaft muss nicht in erster Linie Gewinn abwerfen. Das Institut ist bereit, kuenftig einen Teil der Verluste zu tragen — etwas, das ein rein renditegetriebener Eigentuemer kaum akzeptieren wuerde.

Schmerzlos ist der Neuanfang dennoch nicht. Eine Umstrukturierung gilt als wahrscheinlich; laut dem Sender CBS sollen sich alle 171 Autorinnen und Autoren neu auf ihre Stellen bewerben. Die zuletzt donnerstags und sonntags erscheinenden Druckausgaben sollen aber weitergefuehrt werden.

Die Zeitung, die einst als erstes amerikanisches Blatt westlich der Allegheny-Berge gegruendet wurde, hat in ihrer Geschichte drei Pulitzer-Preise gewonnen — den wichtigsten Journalismus-Preis der USA —, unter anderem 2019 fuer die Berichterstattung ueber das Attentat auf eine Synagoge in Pittsburgh.

Dass ausgerechnet ein gemeinnuetziges Modell eine so grosse Traditionszeitung auffaengt, macht diesen Fall groesser als eine einzelne Rettung: Er ist ein Testlauf dafuer, wie unabhaengiger Lokaljournalismus jenseits des reinen Marktdrucks ueberleben kann.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Eine der aeltesten Zeitungen der USA stand kurz vor dem Aus. Gerettet hat sie ausgerechnet eine gemeinnuetzige Stiftung, die keinen Gewinn braucht."

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