USA erreichen einen Wendepunkt bei der Wärmepumpe
Wärmepumpen übertreffen erstmals fossile Heizungen deutlich – ein Gerät heizt und kühlt zugleich.
Es klingt fast paradox, sich in ein Heizgerät zu verlieben – doch in den USA passiert genau das mit der Wärmepumpe. Anders als eine Gasheizung erzeugt sie Wärme nicht durch Verbrennung. Sie nutzt einen physikalischen Trick, um vorhandene Wärme aus der kalten Außenluft ins Haus zu holen. Wärme von einem Ort zum anderen zu bewegen, ist weit effizienter, als sie durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe neu zu erzeugen.
Moderne Geräte schaffen das selbst in sehr kalten Regionen. Und sie haben einen doppelten Nutzen: Im Sommer kehren sie den Vorgang um und arbeiten wie eine klassische Klimaanlage. Ein Gerät für alle Jahreszeiten.
Die Zahlen eines neuen Berichts der gemeinnützigen Building Decarbonization Coalition zeigen einen klaren Trend. In den vergangenen 15 Jahren haben sich die Wärmepumpen-Verkäufe verdoppelt. Im ersten Quartal dieses Jahres übertrafen die Auslieferungen die von fossilen Heizungen um 32 Prozent – und verfehlten nur knapp die Zahl der verkauften Klimaanlagen. 2024 wurde bereits in 46 Prozent der neuen Wohnhäuser eine Wärmepumpe verbaut, fast gleichauf mit den 47 Prozent für Warmluft-Heizungen.
„Alle Trends deuten auf eine zunehmende Verbreitung der Wärmepumpe hin – nicht nur gegenüber Gas, sondern auch gegenüber der klassischen, nur kühlenden Klimaanlage“, sagt Kevin Carbonnier, Analyse-Experte der Coalition. „Es geht nicht nur darum, dass Wärmepumpen besser, komfortabler und effizienter sind als Heizungen. Man bekommt eben auch ein Zwei-in-eins-Gerät.“
Ein wichtiger Treiber ist der Neubau: Drei Viertel der neuen Mietwohnungen in den USA setzen inzwischen auf diese Technik. Das hat Gewicht, denn das Heizen und Kühlen von Gebäuden gehört zu den größten Quellen von Treibhausgasen. Wo eine Wärmepumpe einen Öl- oder Gaskessel ersetzt, sinken die Emissionen unmittelbar.
Der Wendepunkt liegt weniger in einer einzelnen politischen Entscheidung als in einer stillen Marktbewegung: Millionen Haushalte entscheiden sich aus praktischen Gründen – Komfort, Effizienz, zwei Funktionen in einem – für die klimafreundlichere Option. Genau solche unspektakulären Kipppunkte sind es, an denen sich eine Energiewende tatsächlich vollzieht.
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„In den USA schlagen Wärmepumpen fossile Heizungen jetzt um 32 % – ein Gerät, das heizt UND kühlt. Der Kipppunkt ist da."
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