Waschsalons in den USA werden zu kleinen Kinderbüchereien
Ein Ehrenamtsnetzwerk hat in über 200 Waschsalons Bücherkörbe aufgehängt und seit 2014 über 400.000 Bücher verteilt.
Vier Drahtkörbe an einer Wand, gefüllt mit Kinderbüchern, jedes mit einem Aufkleber: Lies es, lieb es, gib es weiter. So sieht ein Waschsalon in Wyoming, Ohio, heute aus, einem Vorort von Cincinnati.
Janice Weiser hat den Bücher-Aushang im vergangenen November aufgehängt und füllt ihn seither alle zehn Tage neu auf. Damit ist ihr Waschsalon einer von mehr als 200 im ganzen Land, die Teil der Laundromat Library League sind, einem Netzwerk, das Kindern Bücher genau dort anbietet, wo ihre Familien ohnehin Zeit totschlagen müssen.
Die Zahlen, aus denen die Idee entstand, sind ernüchternd: Die Zeit, die Menschen in den USA zum Vergnügen lesen, ist in zwei Jahrzehnten um 40 Prozent gesunken, vier von zehn Viertklässlern erreichen nicht das erwartete Leseniveau. Oft fehlt schlicht der Zugang zu altersgerechten Büchern zu Hause.
Genau da setzt das Netzwerk an, sagt Vorstandsmitglied Phil Tripp: Man findet die Kinder dort, wo sie ohnehin sind. Entstanden ist die Idee vor mehr als zehn Jahren in Pennsylvania, wo zwei Bewohner beobachteten, wie Kinder im Waschsalon meist vor den Handys ihrer Eltern landeten statt vor einem Buch. Seit 2014 ist daraus ein Netzwerk lokal betreuter Standorte im ganzen Land geworden, Titel werden gezielt nach der jeweiligen Nachbarschaft ausgewählt, mehrsprachig und divers.
Über 400.000 Bücher hat das Netzwerk seit 2014 landesweit verteilt. In Ohio bringt Weiser alle zehn Tage frischen Nachschub mit, den sie von Freunden und der örtlichen Bücherei sammelt. Der Besitzer des Salons, dessen Mutter selbst in der Bildung gearbeitet hatte, sagte sofort zu. Für Weiser ist es eine einfache Sache: eine schöne Art, Kindern Bücher in die Hand zu geben.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„400.000 Bücher verteilt, einfach über Bücherkörbe in Waschsalons"
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