Gesundheit

Weltweit sterben 5 Mio. Kinder jährlich – die meisten vermeidbar

Infektionskrankheiten und Geburtskomplikationen sind Hauptursachen – viele Todesfälle durch Impfungen und bessere Versorgung vermeidbar.

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Infektionskrankheiten und Geburtskomplikationen sind Hauptursachen – viele Todesfälle durch Impfungen und bessere Versorgung vermeidbar.

Fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jedes Jahr – das ist eine Zahl, die einen sprachlos macht. Doch was noch erschreckender ist: Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar. Um das zu ändern, muss man zunächst verstehen, woran Kinder sterben. Eine neue interaktive Visualisierung von Our World in Data zeigt genau das – für jedes Land der Welt.

Die globale Übersicht für 2023 offenbart ein klares Bild: Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung, Malaria und Durchfallerkrankungen sowie Geburtskomplikationen wie Frühgeburten und Sauerstoffmangel bei der Geburt sind für über 80 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Nicht-übertragbare Krankheiten wie angeborene Fehlbildungen, Mangelernährung und Krebs machen neun Prozent aus, Verletzungen und Unfälle wie Ertrinken oder Verkehrsunfälle fünf Prozent.

Der Unterschied zwischen armen und reichen Ländern ist enorm. In Nigeria ist ein Neugeborenes mehr als 20-mal so wahrscheinlich, vor dem fünften Geburtstag zu sterben wie in Großbritannien. In Nigeria sind Infektionskrankheiten die Todesursache Nummer eins – Malaria allein tötet viele Kinder, obwohl die Krankheit mit Moskitonetzen und Medikamenten verhindert werden könnte. Nur 57 Prozent der nigerianischen Kinder erhalten die Impfung gegen Rotaviren, die Hauptursache für tödliche Durchfälle. Bei Masern sind es sogar nur ein Drittel.

In reichen Ländern wie Großbritannien dominieren dagegen Frühgeburten: Fast 40 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren gehen darauf zurück. Die Ursachen für Frühgeburten sind vielfältig – Rauchen, Übergewicht der Mutter, Fruchtbarkeitsbehandlungen oder die Art, wie Risikoschwangerschaften betreut werden. Viele Frühgeburten geschehen spontan ohne bekannte Ursache, weshalb der Fortschritt hier langsamer ist als bei Infektionskrankheiten.

Auch bei älteren Kindern zwischen fünf und 14 Jahren sind Infektionen noch die Haupttodesursache, aber Verletzungen – vor allem Ertrinken und Verkehrsunfälle – sowie Krebserkrankungen gewinnen an Bedeutung. Auch hier gibt es Fortschritte: In Großbritannien ist die Zahl der Kinder, die im Straßenverkehr sterben, seit 1980 um 90 Prozent gesunken. Und die Überlebenschancen bei Krebserkrankungen im Kindesalter haben sich in den letzten 70 Jahren in Ländern wie den USA und Großbritannien versechsfacht.

Die Botschaft ist klar: Wenn wir die Todesursachen kennen, können wir gezielt handeln. Impfungen, bessere Geburtshilfe, sauberes Trinkwasser und sicherere Straßen – all das sind Mittel, die bereits heute Leben retten. Die Daten zeigen, wo der Hebel am größten ist.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Our World in Data.

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